Die Vereinigten Arabischen Emirate haben mitgeteilt, dass technische Verhandlungen zwischen Indien und dem Golfstaat im Gange seien, um ein Handelsabkommen auf Basis von Rupie und Dirham umzusetzen.

Am Dienstag erklärte der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Indien Abdulnasser Alshaali, dass technische Verhandlungen zwischen den beiden Ländern im Gange seien, um einen Wechselkurs zwischen Rupie und Dirham für den zwischenstaatlichen Handel festzulegen. Der Schritt ist offenbar Teil der Bemühungen, das bilaterale Freihandelsabkommen zu erweitern, das die beiden Länder im letzten Jahr unterzeichnet hatten, berichtet die Nachrichtenagentur WAM.

„Die technischen Gespräche sind noch nicht abgeschlossen. Es wurde vereinbart, dass ein gewisser Anteil des Handels zwischen den beiden Ländern abgewickelt wird, ohne dass eine dritte Währung (Dollar) verwendet werden muss“, sagte Alshaali.

Laut Thani bin Ahmed al-Zeyoudi, dem emiratischen Minister für Außenhandel, befinden sich die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien in einem frühen Stadium der Verhandlungen über die Bezahlung von Gütern außerhalb des Öl-Geschäfts in indischen Rupien, wie Reuters am 18. Januar berichtete.

Die Maßnahme ist auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2022 zurückzuführen, die darauf abzielt, den Handel außerhalb des Ölsektors zwischen den beiden Ländern bis 2027 auf 100 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln. Der Handel in indischen Rupien würde auch eine deutliche Abkehr vom US-Dollar bedeuten, mit dem derzeit die weltweiten Rohstoffmärkte und der Handel mit den Anrainerstaaten des Persischen Golfs abgewickelt wird.

Seit der Eskalation des Ukraine-Krieges und der Verhängung harter westlicher Wirtschaftssanktionen gegen Moskau aus diesem Grund hat sich Neu-Delhi noch immer nicht dem Druck des Westens gebeugt, sondern hat seine Energiekooperation mit Russland fortgesetzt. Die indischen Raffinerien haben bereits damit begonnen, den größten Teil ihres russischen Öls, das sie über in Dubai ansässige Händler beziehen, in Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate anstatt in US-Dollar zu bezahlen.

Medien: Russlands Ölproduktion erreicht jährlichen Rekordwert

Die westlichen Sanktionen haben die russische Energieindustrie gezwungen, sich auf Asien zu konzentrieren. Nach Angaben der Zeitung Kommersant führte dies im Februar zum ersten Mal seit vergangenem März zu einem Anstieg der Ölproduktion.

Russische Energieunternehmen haben im Februar die durchschnittliche Produktion von Rohöl und Gaskondensat im Vergleich zum Vormonat um fast 2 Prozent auf 1,508 Millionen Tonnen pro Tag gesteigert. Dies berichtete die russische Zeitung Kommersant am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Dem Medienbericht zufolge habe damit die Industrie ein Jahr nach der Verhängung von umfangreichen Sanktionen gegen Russland das Produktionsniveau vom Februar letzten Jahres erreicht und könnte dieses auch übertreffen.

Seit März des vergangenen Jahres ist die russische Ölproduktion wegen des Ukraine-Konflikts, der Sanktionen und der Weigerung vieler westlicher Kunden, russisches Rohöl zu kaufen, stark zurückgegangen. Trotz der Verbote und Preisobergrenzen haben sich die russische Ölproduktion und die Exporte nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in den letzten Monaten viel besser als erwartet gehalten. Dies sei darauf zurückzuführen, dass es Moskau gelungen sei, einen Großteil des Rohöls, das zuvor in die EU geliefert worden sei, auf neue Märkte in Asien umzuleiten.

Insbesondere China, Indien und die Türkei haben ihre Käufe erhöht, um den Rückgang der russischen Exporte in die EU teilweise auszugleichen, so die Agentur. Außerdem könnten die Preisobergrenzen der EU und der G-7-Staaten zu höheren Ausfuhren Russlands beigetragen haben, da Moskau gezwungen gewesen sei, sein Ural-Öl zu einem niedrigeren Preis an die Länder zu verkaufen, die die Obergrenzen einhalten. Das könnte russische Ressourcen möglicherweise günstiger machen als Rohöl aus anderen Quellen.

Die EU und die G-7-Staaten haben eine Preisobergrenze für russische Erdölprodukte eingeführt, die bei 100 Dollar pro Barrel für Diesel, Kerosin und Benzin und bei 45 Dollar pro Barrel für andere Erdölerzeugnisse liegt, die unter dem Rohölpreis gehandelt werden. Für Exporte, deren Preis über diesen Obergrenzen liegt, dürfen Unternehmen aus westlichen Ländern keine Versicherungs- und Transportdienstleistungen erbringen.

Abschied vom Dollar: Indische Raffinerien bezahlen russisches Rohöl in emiratischer Währung

Die indischen Raffinerien bezahlen den Großteil ihrer Öl-Importe aus Russland in Dirham, der Währung der Vereinigten Arabischen Emirate, um damit Sanktionen zu umgehen.

Nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges und der Verhängung harter Wirtschaftssanktionen gegen Moskau hat sich Neu-Delhi nicht dem Druck des Westens gebeugt und hat die Energiekooperation mit Russland fortgesetzt.

Die indischen Raffinerien haben bereits damit begonnen, den größten Teil ihres russischen Öls, das sie über in Dubai ansässige Händler beziehen, in Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate statt in US-Dollar zu bezahlen. Dies berichteten vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüberReuters.

Die indischen Raffinerien und Händler sind in Sorge, dass sie möglicherweise ihre Geschäfte bald nicht mehr in US-Dollar abwickeln können. Dies droht ihnen vor allem dann, wenn der Preis für russisches Rohöl über den Preisdeckel steigt, den die Europäische Union, die G7-Staaten und Australien im Dezember festgelegt haben. Um den drohenden Unterbrechungen zuvorzukommen, haben deswegen die Händler nach alternativen Wegen gesucht.

Indische Ölraffinerien versuchten Anfang 2022, wie von Russland gefordert, von Dollar auf Dirham umzusteigen, scheiterten jedoch dabei. Laut Reuters, wickele Indiens wichtigste Bank, die State Bank of India (SBI), nun doch Zahlungen in Dirham ab.

Der Preisdeckel der G7-Länder verbietet allen westlichen Unternehmen, darunter Versicherungs- und Schifffahrtsdienstleistern, die einen Großteil des Welthandels abwickeln, sich am Handel mit russischem Rohöl zu beteiligen, wenn der Einkaufspreis an der Verladestelle über 60 Dollar pro Barrel liegt. Dies gilt auch dann, wenn das Öl für Länder wie China und Indien bestimmt ist, die diese Obergrenze nicht anerkennen.

Reuters zufolge kaufen die indischen Raffinerien russisches Rohöl auf Lieferbasis, um eventuelle Risiken während des Transports zu mindern. Bisher lagen die berechneten Kosten am Verladeort unter der vom Westen verhängten Preisobergrenze von 60 Dollar pro Barrel.

Von Morpheus

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