Zusammenfassung der ersten Frage aus de„Frage-Antwort“-Sendung vom 16.01.2023

Moderator: Ich grüße Sie, sehr geehrte Zuschauer, Zuhörer und Freunde hier im Studio. Heute ist der 16. Januar 2023.

Die meisten Zuschauer bitten um Ihren Kommentar zu zwei wichtigen Ereignissen der vergangenen Woche. Die erste Frage: «Valerij Viktorowitsch, welche Bedeutung für die militärische Spezialoperation und für Russland generell hat die Ernennung von Valeriy Gerassimow anstelle von Sergei Surowikin zum Oberbefehlshaber der russischen Truppen in der Ukraine?»

Valeriy Pyakin: Gleich zu Anfang möchte ich betonen, dass dieses Ereignis durchaus positiv ist – positiv für die Zukunft Russlands generell sowie positiv für die militärische Spezialoperation.

Die Menschen, die sich mit den “Meisterwerken” – verwenden wir einmal diesen Begriff – von Valeriy Gerassimow auskennen, schütteln ihren Kopf und sagen: «Was soll diese Frage überhaupt? Wie kann die Ernennung dieses Mannes etwas Positives bewirken?» Ich erkläre es gleich.

Als erstes sollte man verstehen, was Valeriy Gerassimow für eine Persönlichkeit ist, was es mit der Befehlsgewalt bei der militärischen Spezialoperation auf sich hat, und was dieser Schritt von Putin – die Ernennung Gerassimows zum Oberbefehlshaber – bezwecken soll.

General Gerassimow ist nicht bei uns im Lande berühmt geworden, sondern im Westen. 2013 hat er einen Vortrag in der Akademie für Militärwissenschaften gehalten, und dann erschien sein Artikel mit dem Titel «Der Wert von Wissenschaft besteht im Vorhersagen». Im Westen löste dieser Artikel heftige Diskussionen aus. Sofort ging dort das Geschrei los: «Sehen Sie sich an, was für ein militärisches Genie aus Russland kommt! Wir, die Armseligen, haben keine Persönlichkeiten von solchem Format, die so viel Kenntnis der Theorie der modernen Kriegsführung haben. Verstehen Sie, welch begnadeten Kriegsherren Russland nun hat? Er vermag den ganzen Westen zu vernichten. Und wir können nichts dagegen tun…» Genau von dort aus, vom Westen, startete die PR-Kampagne.

Aus der Geschichte wissen wir bereits, dass Gorbatschow “der beste Deutsche” war. Sogar den Friedensnobelpreis hat Gorbatschow erhalten – dafür, dass er die UdSSR ruiniert hat. Und wie sehr hat man im Westen Jelzin gemocht und gelobt! Das war einfach unvorstellbar.

Der Titel des Artikels ist wirklich nicht schlecht. Tatsächlich besteht die Aufgabe der Wissenschaft auch darin, zu prognostizieren und vorherzusehen. Nachdem man diesen Artikel gelesen hat, fällt folgende einfache Sache auf: Gerassimow nimmt den Zustand der Welt korrekt, richtig wahr. Sein Allgemeinverständnis stimmt. Doch dann werden alle Tatsachen vertauscht. Er nimmt ausgesprochene Einzelheiten, vereinzelte Details, erhebt diese zum Absoluten bzw. erklärt sie zu einer Gesetzmäßigkeit, und zieht auf diesen Grundlagen konzeptionelle strategische Schlussfolgerungen. Doch im Endeffekt werden dadurch unsere Streitkräfte nicht kampffähig. Alle russischen Siege und Erfolge in Syrien und auf den Schlachtfeldern der militärischen Spezialoperation kamen daher nicht dank der “außerordentlich genialen Generälen” zustande, sondern trotz dieser.

Schauen wir, wie das genau passiert ist. Die Anfangsphase der militärischen Spezialoperation war
durch und durch vom Generalstab gesteuert. Der Generalstab sollte sich von seiner besten Seite
zeigen, sollte seine brillante Militärdoktrin darbieten… Doch wodurch war die Anfangsphase
tatsächlich gekennzeichnet? Dadurch, dass man das Hinterland nicht verstärkt hat. Dadurch, dass man
eroberte Positionen nicht dauerhaft kontrolliert hat. Dadurch, dass es sehr viele Opfer bei den
rückwärtigen Einheiten sowie bei den Gefangenen gab.

Die am Kriegsgeschehen teilnehmenden Generäle haben den Generalstab auf diese Details
hingewiesen und waren der Meinung, dass die Führung anders agieren sollte. Dann hat man einen Teil
der Befugnisse General Dwornikow übergeben und gesagt: «Bitte, nun bist Du der Oberbefehlshaber»
Doch er war nicht in der Lage, ein vollwertiger Oberbefehlshaber zu sein, weil der Generalstab samt
General Gerassimow die Schlüsselfunktionen nicht aus den Händen gegeben hat. Und kurz darauf
sagt man zu General Dwornikow: «Ah ja, Du bist also nicht zurechtgekommen? Da sehen Sie`s, er
kam nicht klar!» Man hätte sagen müssen: «Wir haben ihm keine Möglichkeit gegeben,
zurechtzukommen – deshalb kam er auch nicht zurecht.» So hat General Dwornikow eine ganze
Menge an negativer PR abbekommen.

Doch solange General Dwornikow das Kommando hatte, hat sich die Lage entlang der
Frontlinie langsam aber sicher stabilisiert. Ordnung kehrte ein. Nachdem General Dwornikow
nicht mehr da war, ging alles wieder auseinander. So fing die “glorreiche” Sommerkampagne an.
Man hat die Kriegsinitiative komplett verloren. Unsere Militärgruppierungen gerieten in Fallen und
wurden zu Kanonenfutter. Es war nur eine Frage der Zeit, wann genau die Einheiten, die so ungünstig
positioniert waren, komplett vernichtet werden. Daher haben wir etliche Städte wie Krasnyj Liman
und die anderen verloren, daher der Rückzug aus Cherson. Das sind alles Folgen der “genialen”
Steuerung durch General Gerassimow. Und eine politische Komponente – Russland zur völligen
Kapitulation zu zwingen – war auch da. Dafür hat Gerassimow die ganze Konfiguration aufgebaut.

Doch von Steuerbarkeit fehlt in der Zone der militärischen Spezialoperation nach wie vor jede Spur.
Natürlich haben die anderen Generäle Gerassimow das alles vorgeworfen. Und nicht nur die Generäle.
Es war allen klar, dass es kein normales Steuerungssystem ist, wenn die Streitkräfte mehrstufig
kommandiert werden. Während des Anfangsstadiums haben unsere Streitkräfte bis zu 4 Stunden –
und manchmal sogar länger– Zeit gebraucht, um das Feuer eröffnen zu dürfen, um ein vorrückendes
Ziel zu treffen. Erst sollte alles mit Moskau abgestimmt werden, erst sollte Moskau erlauben, den
heranrückenden Panzer zu beschießen – und dieser Panzer steht natürlich die ganze Zeit still und
wartet darauf, vom Artilleriefeuer getroffen zu werden (Ironie). Ganze 4 Stunden stand der Panzer
still und wartete: «Wann schießt ihr endlich?» (Ironie).

Dann wurde ein weiterer Versuch unternommen, beim Kommando der militärischen
Spezialoperation für Ordnung zu sorgen. So wurde General Surowikin zum Oberbefehlshaber
ernannt. Man hat ihm eindeutig mehr Befugnisse gegeben, im Vergleich zu seinem Vorgänger
General Dwornikow, meine ich. Dementsprechend war die Effizienz auch höher. Doch trotzdem
musste man schwerste Entscheidungen treffen – der Rückzug der Truppen von Kampfpositionen, in
die die “genialen” Entscheidungen des Generals Dwornikow die Einheiten gebracht haben. Ich
vermute, dass man die Einheiten ganz bewusst “zum Abschlachten” freigegeben hat.
Anfänglich folgte man der Doktrin – das Hinterland wurde nicht gestärkt, Militärkolonnen waren
ungeschützt und nicht bewacht, 4 Stunden um die Feuereröffnung abzustimmen und Unterstützung
durch die Artillerie zu leisten. Das sind alles Folgen der Doktrin von General Gerassimow. Sowohl
die Konfiguration, die entstanden ist, als auch der Verlust der Initiative – das sind wiederum politische
Entscheidungen, im Sinne der angehenden Niederlage russischer Streitkräfte und im Sinne der
drohenden russischen Kapitulation.

Und was beobachten wir nun? Am Anfang ist es Präsident Putin gelungen, diejenigen zu überspielen,
die uns in den Krieg hineingezogen haben, die uns zur militärischen Spezialoperation, zu dieser
militärischen Konfrontation gezwungen haben. Dann liefen die Kriegshandlungen, nicht nur auf dem
vorgegebenen Abschnitt der Front, sondern in drei Richtungen. Im Generalstab gab es auch ein
gewisses Wirrwarr und Chaos. Auch dort waren die Feinde Russlands nicht in der Lage, einen
vollständigen Schaden anzurichten. Was wurde daher in der ersten Etappe der Spezialoperation
gemacht? Man hat alle Ressourcen vernichtet, die die ukrainischen Streitkräfte – ukrainische
bewaffnete terroristische Schwefelbanden – mit Brennstoffen versorgt haben. Selbst die öffentlichen
Verkehrsmittel in den Städten kamen damals zum Stillstand, private PKWs natürlich auch. Nichts
regte sich mehr.

Doch es verging eine gewisse Zeit, und plötzlich – unter dem “genialen” Kommando von General
Gerassimow – bekommen die bewaffneten ukrainischen Schwefelbanden Brennstoffe und
Erdölprodukte in Unmengen. Darüber werden wir gleich sprechen. Jetzt schauen wir uns die
militärische Komponente an. General Surowikin hat die Brennstoffspeicher im frontnahen Gebiet
erfolgreich aufgespürt und vernichtet. Doch die zentralen Speicher, die man selbst als Laie auf
Satellitenbildern sofort erkennt, haben keine einzige Rakete abbekommen. Keine einzige
Kampfdrohne wurde eingesetzt. Es war im Ermessen von General Gerassimow persönlich, zu
bestimmen, ob diese Ziele angegriffen werden.

Es kommen Waffenlieferungen aus dem Westen. Solange die Maschinen transportiert werden, sind
diese kompakt zusammengestellt – auf den Knotenbahnhöfen, auf den Sammelbahnhöfen. Das sind
bequeme und leichte Ziele für Raketen und Kampfdrohnen. Diese Waffen sollte man vernichten,
damit sie nicht an die Front gelangen. Doch auch das passiert nicht. Stattdessen jagt man die
Militärtechnik erst dann, wenn sie sich vereinzelt in den Kampfgebieten bewegt. «Während des
Kampfes sollt ihr die Militärtechnik vernichten», heißt es. Wie sehr sorgt sich also unser
Generalstab um das Leben unserer Soldaten? Der Generalstab tut alles, damit Waffen, die unsere
Soldaten töten werden, an die Front gelangen. Das ist eine politische Entscheidung, eine rein
politische Entscheidung. Und die Verantwortung dafür trägt der Chef des Generalstabs.

Eben haben wir die Erdölprodukte erwähnt. Und neulich gab es ein interessantes Ereignis. Das
russische «Lukoil» hat eine Petroleum-Raffinerie in Rumänien gekauft. «Was ist an diesem Ereignis
denn interessant?» fragen sich viele. Doch die rumänische “Elite” hat dieses Ereignis bejubelt. Jeder,
der sich mit den Abenteuern unserer Geschäftsleute im Westen auskennt, wundert sich: selbst in guten
Zeiten hat der Westen unseren Unternehmern nichts Industrielles, keine Produktionsstätten, verkauft.
Man hat nur etwas aus dem Servicebereich verkauft. Tankstellennetz? Gerne. Autowerkstätten? Bitte
schön. KFZ-Fabrik? Nein, niemals. Tankstellen – ja, Werke – auf gar keinen Fall.

So ergibt sich folgende Frage: Jetzt, wo unser Business unter enormem Sanktionsdruck steht, verkauft
Rumänien plötzlich eine Raffinerie an «Lukoil», und zwar sehr gern. Wieso das? Nur diejenigen, die
gleichzeitig blind und taubstumm sind, wissen noch nicht, dass «Lukoil» die bewaffnete ukrainische
Schwefelbande mit Erdölprodukten versorgt. Na, nicht «Lukoil» alleine, das kasachische
Unternehmen «KazMunayGas» beteiligt sich auch daran. «KazMunayGas» beliefert die Ukraine mit
Erdölprodukten, die weiter verarbeitet werden sollen, und «Lukoil» beteiligt sich an der Verarbeitung,
und – was am Wichtigsten ist – besitzt alle Speicher in der Ukraine. Also darf man sich nicht darüber
wundern, dass der Generalstab keine Raketen auf die Erdölspeicher losfeuert.

Doch wir reden nun über eine konkrete Ölraffinerie in Rumänien. Was ist geschehen? Warum wurde
diese Entscheidung getroffen und warum ist die Freude in Rumänien so groß? Passiert ist Folgendes:
Die gesellschaftliche Meinung hat sich stark verändert, man vertritt nun die Meinung, dass es
erforderlich ist, zwei mächtige Raketenangriffe zu starten, um zwei wichtige Punkte zu treffen.

Der erste Punkt steht nicht zur Diskussion, darüber sind sich alle einig: Das ist der Flugplatz im
polnischen Rzeszow, der Knotenpunkt, in dem Waffenlieferungen abgewickelt werden. Das ist keine
Haupteingangspforte für Waffenlieferungen. Die Hauptverkehrsart ist jedoch die Eisenbahn. Man
bringt Militärtechnik und Waffen nach Griechenland mit dem Schliff und dann mit den
Schienenfahrzeugen in die Ukraine. Rzeszow ist nicht im Sinne des Importvolumens wichtig, sondern
– wie soll ich sagen – es ist ein signifikanter geografischer Punkt.

Der Angriff auf Rzeszow wird die Stellung Polens stark beeinflussen. Polen wird sich seinen eigenen
Wunsch, am “siegreichen” Krieg gegen Russland teilzunehmen, nochmals überlegen. Von diesem
Krieg erhofft sich Polen finanzielle Gewinne. Es wäre doch dumm, polnische Streitkräfte in die
Ukraine zu entsenden, nur um einen Teil des ukrainischen Territoriums abzubekommen, wenn
es ausreicht, einmal Weißrussland anzugreifen – und schon bekommen die Polen die gesamte
Westukraine sowie die Zentralukraine samt Kiew! Vorausgesetzt, Polen greift Weißrussland an.
Das ist doch offensichtlich. Alle verstehen das ganz klar. Ein Angriff auf Rzeszow kann das polnische
Fieber schnell abkühlen, kann Polen schnell wach rütteln und zur Besinnung bringen.

Und der zweite Punkt? Erdölprodukte werden in die Ukraine doch aus Bulgarien geliefert, aus
Rumänien auch, und die Hauptrolle spielt die Erdölraffinerie, die «Lukoil» nun gekauft hat.
Nachdem «Lukoil» diese Raffinerie gekauft hat, hat man in Rumänien erleichtert aufgeatmet: «Die
Gefahr ist vorbei, es kommen keine Raketenangrif e! Die Russen werden niemals angreifen, weil die
Raf inerie nun dem russischen Unternehmen «Lukoil» gehört.» «Lukoil» beliefert die bewaffneten
ukrainischen Banditen mit Erdölprodukten. Sie sehen doch, dass keine Speicher zerstört werden. Nun
bleibt auch Rumänien dauerhaft bzw. für immer verschont. «Wir sind jetzt im Häuschen, wir sind
unter der Schutzhaube, jetzt kann uns keiner was anhaben.»

Ein anderes Ereignis, um zu verstehen, wie der Generalstab die Ziele aussucht: Am 23. Dezember
2022, am Tag der Wintersonnenwende, wurde in der Ukraine eine politische Aktion abgehalten. Das
«Asow»-Regiment hat ein heidnisches Ritual veranstaltet, um eigene Krieger in einem Kahn zu
verbrennen. Da gab es eine ganze Menge Fackeln. Eine Menschenmenge hat sich versammelt. Alles
war beleuchtet. Die Organisation war perfekt. Die Medien haben das Ereignis ernsthaft unterstützt.
Der Propaganda-Effekt ist bis jetzt zu verzeichnen.

Warum habe ich dieses Ereignis erwähnt? – Haben wir etwa vergessen, dass ausgerechnet zu dieser
Zeit die Repressalien gegen die russisch-orthodoxe Kirche in der Ukraine angefangen haben? Damit
hat sich die ukrainische Bande voll und ganz satanisch erklärt. Es gab die Evakuierung der
«Asow»-Kämpfer aus Mariupol – mittlerweile ist es nicht zu bestreiten, dass es sich um eine
Evakuierung und nicht um eine Kapitulation handelte. Man hat den «Asow»-Kämpfern eine
Evakuierung versprochen, unsere Generalstaatsanwaltschaft hat das gewährleistet. Die
Kriegsverbrecherin namens Tajra hat die Eltern der Kinder ermordet und sich als Mutter ausgegeben,
um zu fliehen – man hat sie aus der Gefangenschaft entlassen! «Du hast eine gute Tat vollbracht, geh
in die Freiheit!» Unsere Staatsanwaltschaft hat ihr den roten Teppich ausgerollt und ihr Blumen zu
Füßen geworfen. «Lauf zu, Du bist doch eine wahre Heldin! Du hast die Eltern der Kinder
umgebracht, um dich zu befreien, doch das hat nicht funktioniert, bösartige russische Soldaten haben
Dich inhaftiert – doch wir, russische Staatsanwälte, schenken Dir die Freiheit!»

Also, als die Massenevakuierung von «Asow»-Kämpfern aus dem «Asowstal»-Gelände in Mariupol
organisiert wurde, wurden alle gezwungen, sich komplett zu entkleiden. Die «Asow»-Kämpfer haben
sich einem “unangenehmen” Prozedere unterziehen müssen – mit den russischen Soldaten
kommunizieren zu müssen, die die «Asow»-Kämpfer als Kriegsgefangene behandelt haben. Als die
Gefangenen in die Haftanstalt kamen, fing man an, diesen Typen die Videos von deren Handys zu
zeigen, wo Folter und Tötungen von Zivilisten darauf festgehalten sind. Die Gefangenen haben sich
also ihrer eigenen Lieblingsaktivität widmen können – haben sich ihre eigenen “Heldentaten”
angeschaut.

Man brachte die Gefangenen zu der «Allee der Engel» (Memorialpark in Donezk zu Ehren der im
Krieg getöteten Kinder), und die Gefangenen waren nur darüber traurig, zu wenig russische Kinder
getötet zu haben. So viel zum Thema «Umerziehung und Aufklärungsarbeit in der Gefangenschaft».
Als man die «Asow»-Kämpfer gezwungen hat, sich auszuziehen, merkte man, dass jeder mit
etlichen satanischen Tattoos versehen war. Das hat eine große Aufmerksamkeit der Gesellschaft
erweckt. «Welcher Ideologie gehören diese Menschen genau an?» rätselte man. Und man hat
herausgefunden, dass die «Asow»-Kämpfer lupenreine Satanisten sind. Sie benutzen diverse
heidnische Elemente aus unterschiedlichen Kulturen. Manche Elemente sind frei erfunden. So
entstand eine eigene satanische Kultur.

Und wenn Russland hätte irgendwie zeigen sollen, gegen Satanismus zu sein, wenn Russland die
orthodoxe Kirche in der Ukraine hätte in Obhut nehmen wollen, hätte es ausgereicht, mit einem
gezielten Angriff alle «Asow»-Kämpfer zu vernichten, zumal sich diese an einer Stelle versammelt
haben. Stattdessen hat man die Propaganda-Aktion für «Asow»-Kämpfer gesichert. Und es war der
Chef des Generalstabs Gerassimow, der das ermöglicht hat. An dieser Stelle soll man einige Worte
über das Verhalten der ukrainischen bewaffneten Banditen sagen. Neulich hat man einen Wohnblock
in der Stadt Dnipro gesprengt und Russland beschuldigt – angeblich hat man dort eine russische
Rakete abgeschossen. Na, wenn man dort tatsächlich unsere Rakete abgeschossen hätte, wäre die
Explosion um einiges verheerender. Auch die Trümmer würden anders aussehen. Doch was man auf
den Aufnahmen sieht, ist eindeutig die Folge einer Sprengung.

Warum treffen ukrainische Flugabwehrraketen überhaupt immer nur Wohnhäuser – keine
Bürogebäude, keine Kasernen? Weil es sich dabei um westliche Mentalität handelt. Zivilisten sind
lediglich ein Verbrauchsgegenstand, ohne Bedeutung, ohne Wert. Eigentlich sind Zivilisten eine
wichtige – menschliche – Ressource für die Industrie, doch trotzdem werden Zivilisten nicht
wertgeschätzt. Wie die Armee oder generell die bewaffneten Einheiten im Westen Zivilisten
behandeln, sieht man in vielen Filmen. Das sieht man auch in den Nachrichten. Wenn Polizisten in
den USA irgendeinen Verbrecher festnehmen oder ausschalten müssen, wird das Feuer in der
Öffentlichkeit eröffnet und geht gerade jemand vorbei, ist das sein Problem, dass er sich am falschen
Ort und zur falschen Zeit dort befindet. Ermordet? Na und? Man hat doch einen Verbrecher verfolgt,
und dass ein Zivilist in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist nicht schlimm, ist kein Problem. Was
macht das schon aus?

Warum platziert man eine Flugabwehr-Lafette in Wohngegenden, zwischen den Blocks? Gäbe
es da keine Lafette, würden die Raketen niemals Wohnhäuser treffen.
Warum macht man das alles? Man hat uns doch mehrmals erzählt, dass ukrainische Kämpfer seit
mindestens 2014 eine US-amerikanische Militärausbildung genossen haben. Steht die Flakanlage
zwischen den Wohnhäusern, ist klar, dass diese Anlage manche Sektoren nicht überwachen kann,
doch das nimmt man in Kauf, weil man durch eine solche Lage gegen Kampfmittel besser geschützt
ist. Also versteckt man sich hinter den Zivilisten – ohne irgendetwas vorzuspielen, ohne sich zu
rechtfertigen. Wir haben gesehen, wie die ukrainischen Banditen sich hinter Zivilisten in Mariupol
versteckt haben, als man ganz konkret die Zivilisten vor sich – wie ein Schild – gestellt und von
hinten geschossen hat. Das sind nicht einfach Faschisten, das sind Satanisten.

Der ganze Westen ist durch und durch faschistisch und satanistisch.. Es gibt viele westliche Filme, die
das zeigen. Einer davon, der vor kurzem gezeigt wurde, ist «Godzilla». Was ist an diesem Film denn
interessant? Das ist ganz einfach. Da achtet niemand auf die Zivilbevölkerung. Keiner fragt sich, was
aus den Zivilisten wird. Man kann verstehen, dass das Ungeheuer Godzilla sich nähert, den Schwanz
hierhin – den Schwanz dahin schwingt, Fassaden werden zu Ruinen… doch das sind kleine Schäden.

Man beginnt, Godzilla zu bekämpfen, ohne vorher geklärt zu haben, was für ein Objekt man
eigentlich vernichten soll: Setzt man Raketen ein, die – wie es sich herausstellt – gar nicht gegen
Godzilla einsetzt werden dürften, weil Godzilla kälter ist, als alle Gebäude außen herum, daher haben
alle Raketen die Gebäude getroffen und die friedliche Bevölkerung umgebracht. Und massenweise
umgebracht!! Danach hat man die Stirn gerunzelt und gesagt: «Nun haben wir kapiert, dass man ganz
andere Raketen einsetzen muss, dass man anders vorgehen muss!»

Beachten Sie bitte, dass im Film dieses Thema – der Schaden, den die Zivilisten abbekommen – gar
nicht vorkommt. Auf deren Schaden wird gar nicht reagiert. Ein “hübsches” Bild von
zusammenstürzenden Gebäuden wird gezeigt und das ist alles. Hinter jedem Fenster befinden sich
doch Wohnungen, in denen Menschen leben! Doch darauf nimmt keiner Rücksicht.
Das spiegelt sich auch in den Kriegshandlungen wider. Erinnern Sie sich bitte daran, wie die
Amerikaner die Städte Rakka oder Mossul erobert haben. Totale Vernichtung und fertig. Haben die
Bombenangriffe etwa irgendwelche industriellen Zentren vernichtet? Keineswegs. Man hat sich extra
die Städte als Angriffsziele ausgesucht, wo es möglichst wenig Gebäude aus Stein gab, und möglichst
viele Hütten, damit es möglichst viele Opfer gibt. Welche Opfer genau? Zivilisten.

Also achtet man gar nicht auf die Zivilisten, als ob man sie gar nicht braucht. Die ukrainischen
bewaffneten Banditen handeln gemäß dieser westlichen Kultur, in der man keine Zivilisten
braucht – weder eigene Zivilisten noch die gegnerischen. Daher benutzt man alle Treffer der
eigenen Flugabwehrraketen zu Propagandazwecken: «Schaut, Feinde greifen euch an!» Eine schlecht
belegte Lüge ist das und das schreit zum Himmel. Doch zu Propaganda-Zwecken erweisen sich solche
Lügen als ziemlich wirkungsvoll.

Es gab also eine Situation, in der man diese Satanisten ernsthaft angreifen konnte, ich meine die
“Evakuierung” der «Asow»-Kämpfer aus Mariupol, aus dem «Azowstal»-Gelände. Doch man hat den
«Asow»-Kämpfern nichts getan.
Mittlerweile hat man Angst davor, große Einheiten nicht nur nahe der Front, sondern auch im
Hinterland zu konzentrieren, bzw, sich in großen Mengen zu bewegen. Im nahen Hinterland gilt das
als nicht zulässig, auch im weiten Hinterland ist das generell nicht erwünscht. Und damals, auf dem
«Asowstal»-Gelände, gab es eine “Massenveranstaltung”, von der alle gewusst haben – und davon
wurde kein Gebrauch gemacht!

So viel zum Thema, was für eine Persönlichkeit Gerassimow ist und wie er die militärische
Spezialoperation gesteuert hat. Er hat immer dafür gesorgt, dass bei der Steuerung Chaos einkehrt,
und hat unsere Soldaten bewusst dahin geschickt, wo diese zum leichten Angriffsziel werden und
leicht vernichtet werden können. Und die Soldaten des Gegners hat er immer verschont. Gerassimow
achtet darauf, dass die Ressourcen des Gegners unversehrt bleiben, damit deren Panzer genug
Treibstoff haben, um loszufahren und russische Soldaten zu töten.

Da stellt sich die Frage, wie man einen derartigen Menschen zum Oberbefehlshaber ernennen konnte.
War das überhaupt zulässig? Ja, schon. Und es gibt etwas Positives daran. «Wo kann man etwas
Positives finden, nach allem, was Sie erzählt haben?» grübeln nun wohl alle. Doch es gibt etwas
Positives und zwar etwas sehr Ernstes. Als die Entscheidung getroffen wurde, General Waleri
Gerassimow zum Oberbefehlshaber der militärischen Spezialoperation zu ernennen, waren alle
Zwischenstufen beim Kommando der militärischen Spezialoperation aufgelöst. Nun kann sich
General Gerassimow vor dem Oberbefehlshaber Russlands, vor Wladimir Putin, nicht verstecken.
Jetzt werden keine Tricks und keine Ausreden helfen, zu erklären, warum dies und jenes
schiefgelaufen ist. Die nun entstandene klare Kommandostruktur führt persönliche
Verantwortung ein. Früher hat Gerassimow keine persönliche Verantwortung getragen, was ihm
erlaubt hat, diese ganzen Torheiten zu inszenieren. Nun wird er für alle seine Taten gerade stehen
müssen und falls er weiter versuchen wird, Unfug zu machen, wird er zur Rechenschaft gezogen.

Es wäre natürlich wünschenswert, wenn es bei uns keine derartigen politischen Schachzüge gäbe.
Doch wir leben in der realen Welt. Es gibt konkrete klan-wirtschaftliche Gruppierungen, die in den
Medien durch General Buschinskij präsentiert sind. Diese Gruppierungen schreien gen Westen: «Wir
werden nicht zulassen, dass Russland den Westen angreift und dem Westen Schaden zufügt.» Darüber
wird lauthals berichtet.

Seit 30 Jahren hat es sich etabliert, dass die Generäle ihre Schulterklappen meist aus Washington
erhalten haben. Die Offiziere, die Russland treu gedient haben, haben es sehr schwer gehabt, General
zu werden. Und die Offiziere, die beschlossen haben, dem Westen zu dienen, erhalten ihre
Schulterklappen ohne Aufwand aus Übersee. Diese Generäle haben für sich entschieden, hier, in
Russland, die westlichen Okkupationstruppen zu leiten. Diese Klans sind ernst zu nehmen. Diese
Klans lassen sich per Fingerschnips nicht beseitigen.
Wir haben die militärische Spezialoperation mit sehr schlechtem Hinterland, mit sehr schlechtem
Zustand im Sinne der Steuerung angefangen. Ich habe damals gleich gesagt, dass ernste Manöver
anstehen.

Und was General Gerassimow angeht, mache ich einen anderen Vergleich – und zwar aus dem Jahr
1941. Die Ereignisse aus dem Jahre 1941 haben dazu geführt, was im Jahre 1945 passiert ist. Ich
meine General Georgi Schukow, Chef des Generalstabs. Er hat den ersten Angriff des Dritten
Reichs auf die Rote Armee nicht einfach verpasst, sondern sogar dafür gesorgt, dass dieser
Erstangriff erfolgreich wird. Kurz vor dem Krieg existierte innerhalb der Roten Armee ein
faschistisch-militärisches Komplott. Viele Verschwörer hat man aufgespürt und beseitigt – doch viele
sind auch davongekommen. General Kobets hat dafür gesorgt, dass Militärflieger nicht starteten, was
der deutschen Luftwaffe ermöglicht hat, einen großen Teil der sowjetischen Luftwaffe mit einigen
Bombenangriffen zu vernichten. General Kobets hat sich nicht deswegen erschossen, weil er ein
schlechtes Gewissen hatte, einen derartigen feindlichen Angriff zuzulassen und nicht deswegen, weil
er Angst hatte, zum Sündenbock für die Fehler der anderen erklärt zu werden. Nein, den Kopfschuss
hat er sich aus einem ganz anderen Grunde gegeben. Er hat mitbekommen, dass eine Gruppe Offiziere
vom Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD, später KGB) auf ihn zukommt. «Na
und?» – kann manch einer fragen – «NKWD-Of iziere kommen auf ihn zu, doch seine eigenen
Of iziere können doch beweisen, dass er im Recht war.»

Wo bitteschön war er im Recht? Er hat sich an die Alarmrichtlinie vom 13. Juni 1941 nicht
eingehalten. Er hat die Generalstabsanweisung vom 18. Juni total verdreht. Er hat alles andersherum
gemacht. Er hat für den 20. und 21. Juni Massenflüge angeordnet, damit hat er die Piloten
ausgepowert. Am 21. Juni am Abend hat er befohlen, die Militärflugzeuge zu entrüsten und die
Motoren “zwecks Wartungsarbeiten” abzubauen. Die deutsche Luftwaffe hat es nicht mal nötig
gehabt, stehende sowjetische Flugzeuge zu vernichten, weil diese Maschinen in einem nicht
kampfbereiten Zustand waren.

Alle diese Flugzeuge hat das Dritte Reich bekommen. Hitler hat diese Maschinen nicht bei seiner
eigenen Luftwaffe eingesetzt, hat jedoch diese Militärflugzeuge an seine Verbündeten, an Ungarn und
an die anderen, übergeben. Bis Kriegsende haben diese Maschinen als Jagdbomber gekämpft.
Die Menge an Maschinen, die das Dritte Reich dank General Kobets erhalten hat, hat für den ganzen
Krieg ausgereicht. Flugzeuge, Motoren, Karosserie, Schusswaffen… Dabei haben sowjetische
Triebwerke für die meisten gängigen französischen Flugzeuge gepasst, weil diese Triebwerke eine
verbesserte Version der französischen Motoren waren. Man hat auch sowjetische Triebwerke
bevorzugt, weil diese besser waren als die französischen. Das alles hat man General Kobets zu
verdanken. Das war ihm bewusst – was er angerichtet hat. Daher hat er, als ihm bewusst wurde, dass
NKWD-Offiziere zu ihm auf dem Weg sind und ihn festnehmen werden, sich eine Kugel verpasst.

Doch ich habe angefangen, über General Georgi Schukow zu sprechen. Am Anfang des Krieges war
er Chef des Generalstabs. Dank ihm war die Anfangsetappe, das Jahr 1941, komplett verloren.
Schukow hat später Memoiren geschrieben und auch diese Episode beschrieben. Wenn man ihm die
Misserfolge von 1941 vorgeworfen hat, hat er, wie ein zickiges Mädchen, erwidert: «Wenn Sie der
Meinung sind, dass der Chef des Generalstabs zu nichts fähig ist, dann machen Sie mich zum
Oberbefehlshaber einer der Fronten.» So ist es auch passiert. Seine Front hat etliche Erfolge erzielt –
doch zu welchem Preis! Von seinen Divisionen sind lediglich die Fahnen übrig geblieben. Jedoch hat
seine Front keine strategischen Aufgaben gelöst. Man hätte Guderian angreifen können, damit es ihm
nicht gelingt, seine Panzertruppen Richtung Kiew zu verlagern. Doch anstatt dessen hat Schukow alle
eigene Divisionen bei frontalen Zusammenstößen in der Nähe der Stadt Elnya verpulvert. Guderians
Panzer haben die Kiewer Gegend erreicht, und die sogenannte berühmte “Kiewer Katastrophe”
ist eingetreten. Das war Schukows “Verdienst”.

Doch im Jahre 1945 ist Schukow als “Siegesmarschall” in die Geschichte eingegangen. Warum? Weil
es sich nach seinem Elnya-Ausfall entscheiden sollte, wer weiter am Leben bleibt – er selbst oder
seine Komplizen vom militärisch-faschistischen Komplott. Schukow entschied für sich selbst. Als
Vertreter des Generalstabs hat er angefangen, Fronten zu besuchen und bei den Generälen, die am
Komplott teilgenommen haben, zuzuschlagen – wortwörtlich. Er ist zu einem Kettenhund geworden,
der alle Teilnehmer des faschistisch–militärischen Komplotts aufgespürt und gezwungen hat, für
Russland, für die UdSSR, zu kämpfen. So ist Schukow Siegesmarschall geworden – lupenreine
Feinde und Verräter hat er gezwungen, fürs Heimatland zu kämpfen.

Gemäß dem Gesetz der Zeit hat General Gerassimow die erste Etappe bereits hinter sich. Seine
«Elnya» hat bereits stattgefunden. Nun steht General Gerassimow vor der Wahl: wird er bei seinen
eigenen Freunden, die am militärisch-faschistischen Komplott zwecks Sturz der staatlichen Macht in
Russland teilgenommen haben, zuschlagen, wird er diese Menschen vernichten, unter Druck setzen,
zwingen, für Russland zu kämpfen – oder entscheidet er sich dafür, seinen Komplizen zu helfen,
Russland ins Chaos zu stürzen und das russische Volk zu vernichten – wird er sich dafür opfern? Die
Erfahrung zeigt, dass Verräter sich so gut wie nie opfern. Verräter verraten ihre eigenen Komplizen.
Das trifft auch auf General Gerassimow zu.

Und genau das ist das Positive? Nun stehen die Feinde Russlands, die Generäle, mit dem Rücken zur
Wand. Es bleibt nur, sie zu vernichten oder zur Rechenschaft zu ziehen.
Das war die Antwort auf die Frage über die Ernennung von General Gerassimow in groben Zügen, im
ganz Allgemeinen.

Quelle

Von Morpheus

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