Der Papst Papst Pius XII. wusste bereits im April des Jahres 1941 von einem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion. Er befahl den Jesuiten in den westlichen Gebieten des Landes, näher an die Grenze zu ziehen. Dies geht aus freigegebenen Akten des russischen Auslandsgeheimdienstes hervor.

Anlässlich des 102. Jahrestages hat der russische Auslandsgeheimdienst einige bisher geheime Dokumente über den Zweiten Weltkrieg veröffentlicht. Darunter befinden sich Unterlagen, die zeigen, dass Papst Pius XII. sehr wohl von Hitlers Plänen wusste, die Sowjetunion anzugreifen. Zum Beispiel ein Geheimdienstbericht aus Rom, aus dem hervorgeht, dass Pius XII. von den Plänen Nazideutschlands Kenntnis hatte und deshalb den Jesuiten in den westlichen Sowjetgebieten befahl, näher an die Grenze zu ziehen.

„Eine Geheimdienstmeldung aus Rom über die Ansprache des Papstes an die Jesuiten und die bevorstehende deutsche Offensive gegen die UdSSR“ ist ein verschlüsseltes Telegramm, das am 3. Mai des Jahres 1941 in Moskau eintraf und an „Wiktor“, das Pseudonym des legendären Chefs des sowjetischen Auslandsgeheimdienstes, Pawel Fitin gerichtet war. Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtet, hieß es in dem Telegramm:

„Am Mittwoch, dem 23. April, fand eine geheime Versammlung von 400 Jesuiten im Haus des Papstes statt, der sie aufforderte, ihre Aktivitäten im Osten zu verstärken.“

Weiter heißt es in dem Dokument: „Die im Baltikum, in der Westukraine und in Weißrussland tätigen Jesuiten sind angewiesen worden, sich allmählich näher an der Grenze zu konzentrieren, da ein deutscher Angriff auf die UdSSR kurz nach der Lösung der griechischen Frage erwartet wird.“

Papst Pius XII. gilt als eine der umstrittensten Figuren der modernen katholischen Geschichte. Neben dem Abschluss eines Konkordats mit Nazi-Deutschland und Verbindungen zu politischen Regimen in Europa, die bereit waren, mit Hitler zu kollaborieren, wird Pius XII. zugeschrieben, dass er den Massenmord an den Juden durch die Nazis nicht offen verurteilt hat.

Als zum Beispiel die Nazibehörden Ende des Jahres 1943 mit der Deportation von 8.000 Juden aus Rom begannen, von denen etwa tausend, meist Frauen und Kinder, nach Auschwitz geschickt wurden, schwieg der Vatikan. Papst Pius XII. schwieg auch, als Italien am 1. Dezember des Jahres 1943 ein Gesetz erließ, das alle Juden internierte und ihr Eigentum beschlagnahmte.

Der deutsche Kirchenhistoriker und Theologe Hubert Wolf, der vom Vatikan Zugang zu den im Jahr 2020 freigegebenen Dokumenten aus dem Zweiten Weltkrieg erhalten hatte, äußerte sich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti über die Rolle von Papst Pius XII. bei der Vertuschung des Holocausts:

„Der Vatikan wurde schon sehr früh informiert. So unterrichtete der amerikanische Botschafter den Papst im Jahr 1942 sehr genau darüber, dass die Deutschen in Polen eine Million Juden getötet hatten. Wir haben diese Dokumente gesehen. Was hat den Papst davon abgehalten zu protestieren? Er schrieb an die deutschen Bischöfe: ‚Dort, wo der Papst hätte schreien sollen, ist er zum Schweigen verurteilt‘.“

Von Neo

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