Putin: Russland könnte Präventivschlag in Militärdoktrin aufnehmen

Zum zweiten Mal in dieser Woche bringt Kreml-Chef Putin die Möglichkeit ins Spiel, Russland könne seine Militärdoktrin ändern. Bis jetzt betrachte man Atomwaffen als Mittel der Verteidigung, sagt er. Das müsse aber nicht unbedingt so bleiben.

Russland denkt nach den Worten seines Präsidenten Wladimir Putin darüber nach, die Möglichkeit von Präventivschlägen gegen andere Länder in seine Militärdoktrin aufzunehmen. Ein solcher Angriff könnte möglich werden, um einen anderen Staat zu entwaffnen, sagte der Kreml-Chef am Freitag in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek offenbar mit Blick auf einen möglichen Atomwaffeneinsatz.

Am Mittwoch hatte Putin vor der „zunehmenden“ Bedrohung durch einen Atomkrieg gewarnt – ohne jedoch zu versprechen, dass Russland in einem Konflikt nicht als erstes zu Atomwaffen greifen würde. „Wir betrachten Massenvernichtungswaffen, Atomwaffen, als ein Mittel der Verteidigung“, sagte er dabei. Die Strategie Russlands basiere auf einer Politik des „sogenannten Vergeltungsschlags.“ Gleichzeitig deutete er an, dass dies für Russland von Nachteil wäre: „Die Vorstellung, dass Russland solche Waffen unter keinen Umständen als Erstes einsetzen würde, bedeutet, dass wir auch nicht in der Lage wären, sie als Zweites einzusetzen – denn die Möglichkeit, dies im Falle eines Angriffs auf unser Territorium zu tun, wäre sehr begrenzt“, sagte er am Mittwoch.

Am 7. Dezember erklärte Kremlchef Wladimir Putin, Russland werde Atomwaffen als Reaktion auf einen Angriff einsetzen. „Wir betrachten Massenvernichtungswaffen, Atomwaffen, als ein Mittel der Verteidigung.“ Das klang konkret und könnte sich nun auch in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik widerspiegeln.

Von einem Journalisten um eine genauere Erklärung zu diesen Äußerungen gefragt, sagte der Kreml-Chef nun am Freitag auf dem Gipfel der Eurasischen Wirtschaftsunion in Bischkek, die Politik der Vereinigten Staaten schließe die Möglichkeit eines „entwaffnenden“ Atomschlags nicht aus, während die russische Doktrin darin bestehe, Atomwaffen als letztes Mittel einzusetzen. Vielleicht müsse Moskau die US-Ideen „übernehmen, um die eigene Sicherheit zu garantieren“. Zugleich fügte der Kreml-Chef hinzu: „Wir denken im Moment nur darüber nach.“ Aus dem Weißen Haus war zuvor zu hören, Moskau sei auf höchster Ebene vor den Folgen eines Atomwaffeneinsatzes im Krieg gewarnt worden.

Putin: Wir werden jeden auf dem Erdboden vernichten, der es wagt, Atomwaffen gegen uns einzusetzen

Jedes Land, das es wagt, Atomwaffen gegen Moskau einzusetzen, wird vom Erdboden verschwinden. Dies erklärte der russische Präsident Wladimir Putin während einer Pressekonferenz in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, wo er an einem Treffen von Führern aus der Region teilnahm, schreibt die Zeitung „Daily Mail“.

Von Morpheus

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