Die Vereinigten Staaten haben ihre Einschätzung der von Moskau ausgehenden Bedrohung revidiert und bestehen nicht mehr darauf, dass Kiew keine Angriffe auf russisches Territorium startet, berichtet die britische Zeitung The Times unter Berufung auf eine Quelle im US-Verteidigungsministerium. Diese Quelle habe der Zeitung gesagt:

„Wir rechnen immer noch mit der gleichen Eskalation, aber die Angst vor einer Eskalation hat sich im Vergleich zum Beginn des Konflikts verändert. Die Situation hat sich geändert.“

Der Quelle zufolge ist Washington nun weniger besorgt, dass Angriffe der ukrainischen Streitkräfte auf russisches Territorium Moskau zu einer scharfen Eskalation der Situation veranlassen könnten. Der ungenannte Pentagon-Sprecher fügte hinzu:

„Wir sagen nicht zu Kiew: ‚Schlagt nicht gegen Russen in Russland oder auf der Krim‘. Wir können ihnen nicht vorschreiben, was sie zu tun haben. Es ist ihnen überlassen, wie sie ihre Waffen einsetzen. Wenn sie jedoch von uns gelieferte Waffen einsetzen, bestehen wir nur darauf, dass das ukrainische Militär die internationalen Kriegsgesetze und die Genfer Konventionen einhält.“

Wie der Gesprächspartner ausführte, bedeute die genannte Einschränkung, dass das ukrainische Militär keine russischen Zivilisten ins Visier nehmen solle, und Washington sei auch gegen die Tötung ganz bestimmter Personen.

Stoltenberg: Konflikt mit der Ukraine könnte zu einem Krieg zwischen Russland und der NATO eskalieren

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg glaubt, dass der Ukraine-Konflikt zu einem Krieg zwischen Russland und dem Bündnis führen könnte. Diesen Standpunkt vertrat er am Freitag in der Talkshow Lindmo des norwegischen Fernsehsenders NRK. Stoltenberg sagte:

„Ich befürchte, dass der Krieg in der Ukraine aus dem Ruder läuft und sich zu einem großen Krieg zwischen der NATO und Russland entwickeln kann. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das vermeiden werden.“

Auf die Frage des Moderators nach der Verantwortung, die auf seinen Schultern ruhe, antwortete Stoltenberg:

„Ich habe das Gefühl, dass die Lage sehr ernst ist. Dies ist eine entscheidende Zeit für Europa und Norwegen. Wenn etwas schief geht, kann das schreckliche Folgen haben.“

Mit Blick auf die Hilfen für Kiew argumentierte er, dass nur eine starke Ukraine den Frieden sichern könne. Der NATO-Generalsekretär fasste seine Ansichten in Worte:

„Irgendwann ist Reden zwecklos. Was hier hilft, ist militärische Unterstützung für die Ukraine. Nur eine starke Ukraine führt zum Frieden.“

USA haben kein Problem mit deutschen Kampfpanzern für Ukraine

Die USA haben kein Problem mit der Lieferung von deutschen Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 oder deutschen Patriot-Flugabwehrsystemen in die Ukraine. US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman sagte am Freitag während ihres Deutschland-Besuchs in Berlin vor Journalisten:

„Unsere Position ist in beiden Fällen dieselbe: Es ist Deutschlands Entscheidung, was Deutschland tut.“

Sherman erklärte, die Bundesregierung habe bei der militärischen Unterstützung der Ukraine bisher Großartiges geleistet, Führungsstärke bewiesen und sehr harte Entscheidungen getroffen. Sie sagte weiter:

„Ich gehe davon aus, dass Deutschland alles Mögliche tun wird, von dem es meint, dass es angemessen und richtig für Deutschland ist.“

Von Morpheus

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