Seit neun Monaten läuft der Krieg in der Ukraine, die westlichen Erzählungen passen hinten und vorne nicht zusammen. Während sich Europa mit Selbstmord-Sanktionen in den Ruin stürzt, profitieren die USA von der eskalierenden Lage. Das hält manche Kriegstreiber nicht davon ab, sich eine Ausweitung des Konflikts zu wünschen. Im Ernstfall wären weite Teile des Volkes freilich ohne Schutz.

„Wir haben jetzt einen Krieg in Europa in einer Größenordnung, wie wir ihn nur aus der Geschichte kennen“: Mit diesen Worten preschte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg im Februar vor. Folgt man der offiziellen Erzählung, eilt die Ukraine seitdem von Sieg zu Sieg, trotzdem soll der Krieg noch Jahre dauern. Putin steht vor dem Sturz, aber zugleich gefühlt in zwei Stunden mitsamt ruchloser Soldateska in Berlin. Seither wirken auch die von den EU-Ländern als Importeure verhängten acht Sanktionspakete so phänomenal, dass man ein neuntes vorbereitet. Der Russ’ verdient sich eine goldene Nase an explodierenden Energiepreisen, aber ist angeblich wirtschaftlich am Ende. Dazwischen lässt Putin die eigene Pipeline in der Nordsee sprengen. Traditionsbetriebe müssen zusperren, sind aber laut Pannen-Minister Habeck „nicht insolvent“. Das „böse“ Gas aus Russland will man nicht mehr und bettelt stattdessen bei arabischen Autokraten. Die Österreicher können sich dank der höchsten Inflation seit 70 Jahren ihr Leben nicht mehr leisten. Aber das liegt natürlich nicht an der schwarz-grünen Regierung in Wien, die Menschen monatelang verhöhnt, ehe sie ihnen missmutig einen Teil ihres Steuergelds zurückgib und die Energiekonzern-Übergewinne lieber dem Finanzminister als dem ausgebeuteten Volk überlässt. Sondern, so eine ÖVP-Mandatarin unlängst im Parlament, an der „unguten Stimmung“ seitens der Opposition.

Milliarden für Selenski-Armee

Das klingt alles unlogisch? Ist es auch. Aber es geht auch nicht um Logik, sondern um das „richtige“ Narrativ. Es beginnt bei der Ausblendung des mutmaßlich mit US-Hilfe vollzogenen Maidan-Putsches, der lukrativen Energie-Deals des Biden-Clans sowie der NATO-Soldatenausbildung in der Ukraine. Die nötigen Fragen soll niemand stellen – dafür gefällt man sich in Kriegstreiberei. Alleine die USA sagten bis Mitte Oktober über 52 Mrd. Dollar zu, die man in die Ukraine pumpen will. Die EU stand damals bei „nur“ 29 Mrd. Euro, legt für kommendes Jahr aber noch einmal 18 Mrd. Euro drauf. Von den „Hilfsgeldern“ sind über 44 Prozent für militärische Zwecke gedacht. Versprochene Kriegs-Sachspenden machten schon im Vormonat 23,34 Mrd. Euro aus. Geliefert wurde bis 3. Oktober Kriegsgerät um neun Milliarden Euro: 646 gepanzerte Fahrzeuge, 252 Panzer, 197 Haubitzen und 38 Mehrfachraketenwerfer. Mit 756 von 1.133 Geräten kamen zwei Drittel von den USA; zweitgrößter Lieferant war Polen, das 240 Panzer zur Verfügung stellte. Das Selenski-Regime fordert etwa 2.000 weitere Geräte aus schweren Waffengattungen.

Profiteur sitzt in Übersee

Es zeigt sich: Die USA investieren massiv in diesen Krieg – ohne wirkliches Risiko. Man ist kein Ziel für Vertriebene, die Sanktionen treffen Amerika kaum. Im Gegenteil: Der Euro fällt im Vergleich zum Dollar. Bei einem Ende russischer Gas-Lieferungen nach Westeuropa hat man einen Fuß in der Tür. Schon seit Jahren will Washington Europa sein sündteures, umweltschädliches Fracking-Flüssiggas andrehen. Somit sind die USA Hauptprofiteur des Staatsterrors auf „Nordstream“, nachdem US-Präsident Joe Biden bereits im Februar ankündigte, dem Projekt „ein Ende bereiten“ zu wollen. Sogar der US-Ökonom Jeffrey Sachs ist sicher, dass die USA als Drahtzieher des Anschlags auf Europas Gasversorgung fungierten. Auch das eiserne Schweigen der deutschen Ampel-Regierung lässt schließen, dass nicht Russland, sondern ein westlicher „Verbündeter“ dahinterstecken könnte. Gut ins Bild passt ein geleaktes Dokument aus dem Jänner, dessen Urheberschaft die US-Denkfabrik „RAND Corporation“ abstreitet. Darin steht: „Der einzig gangbare Weg, Deutschlands Ablehnung russischer Energielieferungen zu garantieren, besteht darin, beide Seiten in den militärischen Konflikt in der Ukraine einzubeziehen.“ Die USA träumt seit den Nullerjahren von einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine, im September stellte Selenski einen Aufnahmeantrag.

Kriegstreiberei ohne Schutz

Regelmäßig fordert der polit-mediale Komplex ein NATO-Eingreifen. Zentrales Element ist dabei die „Bild“ aus dem Springer-Verlag, der sich offen zum transatlantischen Bündnis bekennt. Als unlängst zwei ukrainische Abwehrraketen in Polen einschlugen, urteilte man vorschnell, es wären russische Flugkörper. Man fantasierte vom NATO-Bündnisfall, der wohl rasch zum Dritten Weltkrieg würde. Sollte dieser „vom Zaun gebrochen werden“, wären die Länder im westlichen Europa schlecht vorbereitet. Nicht nur, weil man seine Militärbestände bei Selenski abliefert. Seit Monaten taucht immer wieder die Frage nach alten Bunkern auf, wovon es in Deutschland noch knapp 600 gibt. SPD-Innenministerin Nancy Faeser ordnete im Mai panisch einen Stopp des 2007 begonnenen Rückbaus an. Dennoch wäre das Volk einer Kriegslage schutzlos ausgeliefert. Bestehende Bunker könnten eine halbe Million – weniger als ein Prozent der Bevölkerung – aufnehmen. In vielen Wohngebäuden gibt es keine Schutzräume. Schon zu Hochzeiten, als es 2.000 „Zivilschutzbunker“ gab, hätten die Vorrichtungen nur einen kleinen Teil des Volkes beherbergen können.

Bunker für Politiker oder Volk?

Anders sah es mit den Politbonzen aus: Die ließen sich aus Steuergeldern zwischen 1960 und 1972 im Ahrtal einen 17 Kilometer langen Geheimbunker bauen. Doch selbst das ungenutzte Milliardengrab wurde mittlerweile bis auf einen ca. 200 Meter langen Museumsabschnitt abgerissen. Im Ernstfall findet dort wohl niemand Unterschlupf. Im Oktober kündigte das deutsche Bundesamt für Katastrophenschutz eine Erhebung der öffentlichen Schutzraum-Kapazitäten an. Wie viele Bundesbürger keinen Platz finden, weiß die Regierung frühestens zu Jahresende. Bunker-Neubauten nach aktuellen Sicherheitsstandards wären teuer und ihr Bau würde Jahre dauern. In Österreich weiß man zumindest statistisch mehr. Öffentliche Angebote würden 160.000 Leuten Unterschlupf bieten, durch Schutzräume in Privathäusern wären etwa 2 Mio. Österreicher „sicher“. Für mehr als drei Viertel der Bevölkerung bliebe trotzdem nur die Hoffnung, dass ihnen keine Bombe auf den Kopf fällt. Nachbessern will die Regierung nicht. Wichtiger ist es für sie, um 50 Mio. Euro einen Regierungs-Bunker in Wien unter dem Innenministerium zu bauen, um von dort aus in Krisen, die sie gerne per Verordnung erklären können will, das Volk steuern zu können…

 

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