“Das ist kein Bluff” – Mit diesen harten Worten erklärte Wladimir Putin (69) in seiner mit Spannung erwarteten Rede im Kreml die Teilmobilmachung seiner mächtigen Armee. Russland ist nun im Kriegszustand. 300.000 der 1,014 Millionen Mann werden nun zu den Waffen gerufen. Damit werden bald 450.000 Russen in der Ukraine kämpfen. 6000 Atomköpfe sind per Knopfdruck einsatzbereit.

Für die westlichen europäischen Nationen ist nun eine extrem kritische Ausnahmesituation angebrochen: Es ist anzunehmen, dass Russland jetzt hunderttausende Soldaten der insgesamt eine Million Mann starken Armee Richtung Westen bewegen wird – bisher waren im Ukraine-Krieg nicht mehr als 150.000 russische Soldaten eingesetzt, die Zahl kann sich jetzt verdreifachen.

Mobil gemacht werden jetzt erfahrene Soldaten, die Zeit der unerfahrenen Reservisten ist vorbei.

Es ist ein Krieg gegen den Westen

Russland werde alle Mittel einsetzen, um seine territoriale Unversehrtheit zu schützen, sagte Putin, der zugleich vor einer “Erpressung” seines Landes mit Atomwaffen warnte. “Diejenigen, die versuchen, uns mit Atomwaffen zu erpressen, sollten wissen, dass die Kompassrose sich in ihre Richtung drehen kann.” Putin hat das strategische Nukleararsenal bereits in erhöhte Bereitschaft versetzen lassen zur Abschreckung für die NATO, sich in der Ukraine einzumischen.

Er sage “dem Westen: Wir haben viele Waffen, um zu antworten. Das ist kein Bluff”, so Putin. “Wir werden alle Ressourcen nutzen, um unsere Leute zu verteidigen.” Und weiter: “Der Westen will unser Land zerstören. Der Westen wollte keinen Frieden zwischen der Ukraine und Russland.” Es sei “unsere historische Tradition, diejenigen zu stoppen, die nach der Weltherrschaft streben, die unserem Mutterland, unserer Heimat mit Zerstückelung und Unterdrückung drohen.”

Kampferprobte Truppe

Was Kreml-Boss Putin nun alles in Bewegung setzen kann, ist enorm. Auch wenn es oft herbeigeschrieben werden soll, ist die russische Armee keinesfalls zu unterschätzen. Russland hat in den vergangenen Jahren massiv in die Modernisierung seiner Streitkräfte investiert. Unter Präsident Wladimir Putin hat sich die von Unterfinanzierung und Korruption geplagte ehemalige Sowjetarmee zu einer modernen, zahlenstarken und mittlerweile auch kampferprobten Truppe entwickelt.

Referenden in besetzten Gebieten der Ukraine

In seiner Rede kündigte Putin zudem die mögliche Annexion ukrainischer Gebiete mithilfe der Referenden in den besetzten Gebieten an. “Die Entscheidung, die die Mehrheit der Bürger in den Volksrepubliken Luhansk und Donezk, in den Gebieten Cherson und Saporischschja treffen, unterstützen wir”, sagte Putin.

Neben den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine wollen auch die von Russland besetzten Gebiete Cherson und Saporischschja im Süden über einen Beitritt zu Russland abstimmen lassen. Die Scheinreferenden sollen vom 23. bis 27. September abgehalten werden. Sie gelten als Reaktion auf die aktuelle ukrainische Gegenoffensive im Osten des Landes.

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Scheinreferenden hat die Führung in Kiew ihre Landsleute vor einer Abstimmung gewarnt. “Jedwede Beteiligung an den “Referenden” wird als Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine gewertet”, schrieb der Podoljak noch am Dienstagabend auf Twitter. Zuvor hatte das ukrainische Außenministerium in einer Erklärung die Organisation der Scheinreferenden schon für strafbar erklärt.

Russland ergänzt seine Streitkräfte unter anderem durch ein Wehrpflichtsystem, unterhält Militärbasen im Ausland und das derzeit weltweit größte Kernwaffenarsenal. Russland belegte 2020 den achten Rang unter 151 Ländern im Globalen Militarisierungsindex (GMI). Laut Global-Firepower-Index besitzt Russland die zweitstärksten Streitkräfte und das stärkste Heer weltweit. Laut Global-Firepower-Index besitzt Russland die zweitstärksten Streitkräfte und das stärkste Heer weltweit.

Die russischen Atomstreitkräfte: 6000 Atomköpfe sind per Knopfdruck einsatzbereit!

Tabelle: Die russischen Atomstreitkräfte 2022

Typ (Name) Träger Stationie-rungsjahr Sprengköpfe/
Sprengkraft (KT)
Sprengköpfe insg.
STRATEGISCHE OFFENSIVWAFFEN
ICBMs
SS-18 Mod6 (Satan) / RS-20V 40 1988 10x 500/800 (MIRV) 400
SS-19 Mod4 6 2019 1x Avangard HGV 6
SS-25 (Sickle) / RS-12M (Topol) 9 1988 1x 800 9
SS-27 Mod1 mobil /RS-12M1 (Topol-M) 18 2006 1x 800? 18
SS-27 Mod1 silo / RS-M2 (Topol-M) 60 1997 1x 800 60
SS-27 Mod2 mobil / RS-24 (Jars) 153 2010 4x 100? (MIRV) 612
SS-27 Mod2 silo / RS-24 (Jars) 20 2014 4x 100? (MIRV) 80
SS-X-29 / RS-28 (Sarmat) (2022) 10x 500? (MIRV)
Zwischensumme 306     1.185
SLBMs
SSN-18 M1 (Stingray) / RSM-50 0/0 1978 3x 50 (MIRV) 0
SSN-23 M1 / RSM-54 (Sineva) 5/80 2007 4x 100 (MIRV) 320
SSN-32 / RSM-56 (Bulawa) 5/80 2014 6x 100 (MIRV) 480
Zwischensumme 10/160     800
Bomber/Waffen
Bear-H6/16 Tu-95MS6/MS16/MSM 55 1984/2015 6-16x AS-15A ALCMs or 14x AS-23B ALC 448
Blackjack / Tu-160/M 13 1987/2021 12x AS-15B ALCMs oder AS-23B ALCM, Bomben 132
Zwischensumme 68
    580
Zwischensumme strategische offensive Streitkräfte 559
    ~2.565
NICHT STRATEGISCHE UND DEFENSIVWAFFEN
ABM/Luftverteidigung
SA-20/SA-21 / S-300/S-400 ~750 1992/2007 1 x niedrig ~290
Gazelle / 53T6 68 1986 1 x 10 68
SSC-1B (Sepal) / Redut 8 1973 1 x 350 4
SSC-5 Stooge (SSN-26) / K-300P/3M-55 60 2015 (1 x 10) 25
Luftgestützt
Bomber/Jäger (Tu-22M3 (M3M)/Su-24M/Su-34/MIG-31K) ~300 1974-2018 ASM, ALBM, Bomben ~500
Landgestützt
SS-26 Stone SSM / 9K720 Iskander-M 144 2005 1 X 10-100 70
SSC-7 Southpaw GLCM / R-500/9M728, Iskander-M
SSC-8 Screwdriver GLCM / 9M729 20 2017 1 x 10-100 20
Seegestützt
U-Boote/Schiffe/Luftwaffe LACM, SLCM, ASW, SAM, DB, Torpedos ~935
Zwischensumme nicht-strategische und defensive Streitkräfte       ~ 1.912
Gesamtsumme einsatzbereit
      ~ 4.477
Gelagert und markiert für Abrüstung 1.500
Gesamtes Arsenal
      5.977

Strategische Atomwaffen

Laut der Vereinigung Amerikanischer Wissenschaftler (Federation of American Scientists, FAS) ist Russland mit seinem Modernisierungsprogramm seines ICBM-Arsenals sehr weit vorangeschritten. Alle Interkontinentalraketen aus der Sowjetära sollen bis zu den frühen 2020er Jahren ersetzt werden:

  • Die „Satan“ SS-18-Raketen (RS-20V) von 1988 werden durch die „Sarmat“ Raketen 2022 ersetzt. Die SS-18 wurde in den USA „Satan“ genannt, wahrscheinlich wegen der hohen Sprengkraft (10 Sprengköpfe je mit bis zu 800 KT).
  • Die „Sarmat“ SS-X-29-Raketen (RS-28) ist auch als „Satans Sohn“ bekannt, mit Mehrfachsprengköpfen, die unabhängig zielprogrammierbar sind (MIRV), und bis zu je 500 KT Sprengkraft. Diese Rakete ist noch in der Flugtestphase, die verzögert wurde; angeblich soll die Stationierung 2022 beginnen. Eventuell werden einige „Sarmat“-Raketen auch das „Avangard“ Hyperschallgleitvehikel (HGV) tragen können.
  • Die SS-19-Raketen (RS-18) von 1980 sind inzwischen fast alle durch die silogestützte „Jars“ SS-27-Raketen mod 2 (RS-24) ersetzt worden. Sechs konvertierte SS-19-Raketen (mod 4) bleiben im Betrieb, um das neue „Avangard“ HGV einsetzen zu können. Der Avangard wurde entworfen, um Raketenabwehrsysteme zu umgehen, und soll zunächst (bis 2023) auf modifizierte SS-19-Raketen und eventuell an einem späteren Zeitpunkt auf SS-29-Raketen montiert werden.
  • Über die SS-25-Raketen „Sickle“ (Topol / RS-12M) von 1988 gibt es keine stichhaltigen Informationen darüber, wie viele noch einsatzbereit sind, geschätzt sind es unter zehn. Sie sollen mit der SS-27 mod 2 (RS-24) bis Ende 2024 ersetzt werden.
  • Es gibt zwei neue Versionen der SS-27:
    Bereits 2012 wurden die „Topol-M“ SS-27-Raketen mod 1 in zwei Varianten–mobil (RS-12M1) und silogestützt (RS-12M2) stationiert.
    2010 begann die Stationierung von „Jars“ SS-27 mod 2 (RS-24), die 2022 fertig sein sollte.
  • Die Entwicklung einer Kompaktversion der SS-27 mit dem Namen „Rubezh“ (Jars-M / RS-26) wurde zunächst verschoben. Eine schienenbasierte Version, die als Barguzin bekannt ist, scheint gestrichen worden zu sein.
  • Die finale Entwicklung und Stationierung der mobilen SS-X-28-Rakete, (RS-26 / Jars-M) scheint sich zu verzögern.

Am bekanntesten ist der öffentliche Streit über die Entwicklung eines neuen landgestützten Marschflugkörpers, der SSC-8-Cruise-Missile. Dieser verstieß laut den USA gegen den INF-Vertrag, weil seine Reichweite mehr als 500 km beträgt. Laut dem Statement des Direktors des US-Aufklärungsdienstes Daniel Coates, könne der SSC-8 konventionell oder atomar bestückt werden und sei heimlich entwickelt worden. Russland bestätigt zwar die Existenz eines neuen Systems mit der russischen Bezeichnung „9M729“, bestreitet aber die Inkompatibilität mit dem INF-Vertrag. Laut russischen Aussagen wurden die im INF-Vertrag relevanten Reichweiten nie getestet.

Ebenfalls in Entwicklung ist ein neuer atombetriebener Marschflugkörper, der Atomwaffen tragen kann und die Bezeichnung „Skyfall“ SSC-X-9 (9M730 Burewestnik) trägt. Dieser Marschflugkörper hatte eine Reihe von Schwierigkeiten in der Testphase, einschließlich eines schweren Unfalls am 8. August 2019, wo eine Explosion Radioaktivität freisetzte und sieben Menschen tötete.

Fünf Delta-IV-U-Boote sollen durch neue U-Boote der Borej-Klasse (Projekt 955) ersetzt werden. Bisher gibt es fünf Borej U-Boote, zwei davon sind verbesserte Versionen der Borej-A (Projekt 955A). Jedes U-Boot soll bis zu 16 Bulawa-Raketen tragen können, die je bis zu sechs Sprengköpfe transportieren können, wobei eventuell nur vier wegen START-Beschränkungen tatsächlich getragen werden. Bisher sind nicht alle im Betrieb und weitere fünf werden noch gebaut. Die FAS erwartet, dass insgesamt 10 U-Boote hergestellt werden, die gleiche Anzahl wie in den USA.

Auch die russischen Flugzeuge werden teilweise aufgerüstet. Russland hat zwei atomwaffenfähige schwere Bomber; Der „Blackjack“ Tu-160- und „Bear-H“ Tu-95MS. Es wird geschätzt, dass 60 bis 70 Flugzeuge bestehen. Ein Teil dieser Flugzeuge wurde bereits modernisiert. Diese können den AS-15 (Kh-55) oder den neuen AS 23B (Kh-102) nuklearen Marschflugkörper tragen. Es wird angenommen, dass zwei Versionen der Tu-95 existieren: Tu-95H6 und Tu-95H16. Das Modernisierungsprogramm der Tu-95 rüstet ihn für den externen Transport von AS-23B-Marschflugkörper aus. Die Tu-160 werden ebenfalls modernisiert, um die AS-23B zu transportieren. Es ist nicht sicher, wie viele Atomwaffen pro Flugzeug genau befördert werden können, der Tu-160 kann bis zu 12 Marschflugkörper und der Tu-95MS bis zu 16 transportieren. Zusammen könnten sie mehr als 800 Waffen tragen.

Die nächste Generation stellt das sich lange in Entwicklung befindliche PAK-DA-Flugzeug dar, dessen Forschungs- und Entwicklungsphase bald zu Ende geht und dessen erster Prototyp 2023 erwartet wird. Dann beginnt die erste Testphase. Die erste Produktion beginnt sicherlich nicht vor 2027 und die Serienproduktion nicht vor 2028 oder 2029. Allerdings vermutet man, dass die russische Industrie nicht genug Kapazitäten hat, um zwei solcher strategischen Bomberflugzeuge zu produzieren.

Nichtstrategische / taktische Atomwaffen

Russland modernisiert viele seiner „nichtstrategischen“ Atomwaffen mit kurzer Reichweite und führt neue Typen ein. Diese Projekte sind weniger klar und nicht so umfassend wie der Modernisierungsplan der strategischen Streitkräfte. Sie beinhalten aber auch die schrittweise Abschaffung von Waffen aus der Sowjetzeit und deren Ersatz durch neuere, aber weniger Waffen. Neue Systeme werden hinzugefügt, was die Überprüfung der Atomdoktrin der Trump-Regierung dazu veranlasste, Russland zu beschuldigen, „die Gesamtzahl der [nicht-strategischen] Atomwaffen in seinem Arsenal zu erhöhen und gleichzeitig seine Trägersysteme erheblich zu verbessern“. Diese Behauptung stimmt aber nicht, denn die Zahl der taktischen Atomwaffen wurde insgesamt innerhalb der letzten zehn Jahre reduziert. Zudem können diese Waffen konventionell oder nuklear eingesetzt werden und sind daher nur teilweise als Atomwaffensysteme zu zählen. Generell ist langfristig zu erwarten, dass die Einführung verbesserter konventioneller Waffen dazu führen könnte, dass es weniger taktische Atomwaffen geben wird.

Nach Ansicht des russischen Militärs besteht die Notwendigkeit für diese Streitkräfte, um der Überlegenheit der konventionellen NATO- oder US-Streitkräfte sowie der großen chinesischen Streitkräfte entgegenzuwirken. Somit will Russland durch taktische Atomwaffen eine Art Parität aufrechterhalten.

Die Seeflotte hat die größte Zahl taktischer Atomwaffen mit ca. 935 Atomsprengköpfen auf Marschflugkörpern, Anti-U-Boot-Raketen, Torpedos und Unterwasserbomben. Eventuell ist ein Teil davon mit konventionellen Sprengköpfen ausgestattet, dann wäre die Zahl niedriger. Hier wird auch modernisiert, obgleich nur sehr langsam. Das Projekt 885M (Yasen-M) beinhaltet Angriffs-U-Boote, wovon erst zwei – das „Severodvinsk“ und das „Kazan“ – im Betrieb sind. Diese tragen wahrscheinlich einen seegestützten, nuklearen „Kalibr“-Marschflugkörper (SSB-30A) sowie möglicherweise die, laut US-Quellen, nuklearfähige SSN-26 (3M-55). Zudem soll das „Novosibirsk“ demnächst in Betrieb gehen. Zusätzlich sind sechs weitere U-Boote im Bau. Eine Reihe von weiteren Upgrade-Projekten von nuklearen Plattformen sind in Arbeit, darunter für folgende U-Boote: Sierra-Klasse (Projekt 945), Oscar-II-Klasse (Projekt 949A), Akula-Klasse (Projekt 971). Es gibt auch Spekulationen, dass Russland erwäge, einen neuen Typ von U-Boot zu bauen (Borei-K), der auf dem Borei SSBN-Design basiert. Dieser könnte möglicherweise nuklear bewaffnete Marschflugkörper anstelle von ballistischen Raketen tragen. Falls es genehmigt wird, könnte es ab 2027 geliefert werden.

Die russische Luftwaffe kann nukleare Schwerkraftbomben unter anderem durch die taktischen Mittelstrecken-Atombomber Tu-22M3 (Backfire), Su-24M-Kampfflugzeuge (Fencer-D), Su-34-Kampfjets (Fullback) und MiG-31K-Abfangjäger (Foxhound) einsetzen. Die ersten „Felon“ Su-57-Kampfjets (PAK-FA), die von den USA als nuklearfähig eingestuft werden, sollten schon bereits 2020 geliefert sein. Das neue Tu-22M3M ist jetzt in der Flugtestphase. Insgesamt sollen 76 nuklearfähige Flugzeuge produziert werden, die angeblich mit Hyperschallraketen vom Typ Kh-95 bestückt werden sollen. Die neue „dual-capable“ (konventionell- und nuklearfähige) luftgestützte ballistische Langstreckenrakete, die 9-A-7760 („Khinzal“) wurde bereits entwickelt. Sie ähnelt der Iskander-Kurzstreckenrakete, besitzt aber eine Reichweite von bis zu 2.000 Kilometer. Sie kann von einem speziell modifizierten MiG-31K abgefeuert werden. Die Khinzal ist angeblich schon seit Dezember 2017 in Betrieb und wurde in einer Flugshow im August 2019 gezeigt.

Das Tu-22M3 kann Kh-22 (AS-4 Kitchen) ALCM einsetzen. Eine neue Kh-32 ALCM ist in Entwicklung, um die Kh-22 zu ersetzen. Die Tu-22M3 und Su-24M werden aufgerüstet und die neue Tu-22M3M hat Flugtests schon bestanden.

Taktische Atomwaffen in der Raketenabwehr

In der Nuclear Posture Review 2018 behaupten die USA, dass Russland weiterhin nukleare Sprengköpfe in seinen Luft- und Raketenabwehrkräften einsetzt. Hierfür setzen die Raketenabwehrkräfte den Gazelle-Abfangjäger ein. Welches Luftabwehrsystem über eine duale nukleare-konventionelle Fähigkeit verfügt und wie viele davon tatsächlich mit nuklearen Sprengköpfen bestückt sind, ist nicht klar. In der US-amerikanischen weltweiten Bedrohungsanalyse vom März 2018 wird behauptet, dass Russland möglicherweise auch Sprengköpfe für Boden-, Luft- und andere Raketenabwehrsysteme besitzen könnte. Zurzeit ist eine Aufrüstung des nuklear bestückten A-135-Raketenabwehrsystems mit nuklearem Sprengkopf im Gange, welches das Kürzel A-235 (Red Star 2017) trägt.

1991 umfasste der Bestand 2.000 bis 3.000 Luftverteidigungssprengköpfe. Im Jahr darauf versprach Russland, die Hälfte seiner nuklearen Luftverteidigungssprengköpfe zu demontieren. 2007 sollen bereits 60 Prozent zerstört worden sein, so russische Staatsbeamte. Geht man davon aus, dass der Bestand seit 2007 weiter geschrumpft ist, wird geschätzt, dass heute um die 290 nuklearen Sprengköpfe den Luftverteidigungskräften zur Verfügung stehen, plus weitere 90 für das Moskauer A-135-Raketenabwehrsystem und die Küstenverteidigungseinheiten. Das entspricht einem Gesamtbestand von etwa 380 Sprengköpfen. Es muss jedoch betont werden, dass diese Schätzungen mit beträchtlichen Unsicherheiten verbunden sind.

Bodengestützte taktische Atomwaffen

Das russische Verteidigungsministerium gab im Dezember 2019 die Fertigstellung der Aufrüstung aller Raketenbrigaden des Heeres auf die ballistische Kurzstreckenrakete SS-26 (Iskander) bekannt. Jedes SS-26-Startgerät kann bis zu zwei Raketen mit einer Reichweite von mindestens 350 Kilometern tragen. Es wird geschätzt, dass etwa 70 Sprengköpfe für ballistische Kurzstreckenraketen vorgesehen sind. Es gibt auch unbestätigte Gerüchte, dass der bodenstartfähige Marschflugkörper SSC-7 (9M728 oder R-500) möglicherweise nukleare Fähigkeiten besitzt.

Zudem behauptete die US-Regierung bereits vor Jahren, dass Russland einen bodengestützten Marschflugkörper (9M729 bzw. SSC-8) mit doppeltem Wirkungsgrad entwickelt und stationiert habe. Dies hätte einen Verstoß gegen den inzwischen aufgekündigten INF-Vertrag dargestellt. Nachdem das russische Militär die Existenz dieses Raketentyps abgestritten hatte, zeigte es im Januar 2019 einen Raketenwerfer, Raketenkanister und Schaltpläne einer Rakete mit der Bezeichnung 9M729, behauptete aber, ihre Reichweite betrage weniger als 500 km. Ein US-Geheimdienstbericht kam jedoch später zu gegenteiligem Schluss.

Burevestnik und Poseidon nicht in der Tabelle

Die Joker in Putins Hand sind viele, aber wir werden nur die beiden erwähnen, die die Nato innerhalb von 2 Minuten (in einigen Fällen innerhalb von 20 Sekunden) zerstören könnten.

  1. 9M730 Burevestnik

Der 9M730 Burevestnik (russisch: Буревестник; „Petrel“, NATO-Codename: SSC-X-9 Skyfall) ist ein russischer experimenteller nuklearbetriebener, nuklear bewaffneter Marschflugkörper, der für die russischen Streitkräfte entwickelt wird und eine im Wesentlichen unbegrenzte Reichweite hat. Der Burewestnik ist eine der sechs neuen russischen strategischen Waffen, die der russische Präsident Wladimir Putin am 1. März 2018 vorgestellt hat. Der Marschflugkörper erhielt den Namen Petrel (ein Vogelartenname, der auf Russisch wörtlich „Sturmschreier“ oder „Sturmbringer“ bedeutet) als Ergebnis einer offenen Abstimmung auf der Website des Verteidigungsministeriums Russlands. Burevestnik ist ein „nuklear angetriebenes Unterschall-Marschflugkörpersystem, das globale Reichweite hat und Angriffe aus unerwarteten Richtungen ermöglichen würde“. Die Rakete sollte „eine fast unbestimmte Herumlungerzeit haben. Wladimir Putin erklärte, dass diese „Waffe unabhängig von irgendetwas perfektioniert werden muss“.

Hauptziel von Burevestnik ist (seit dem Kalten Krieg) die Yellowstone-Caldera oder der Yellowstone-Supervulkan im Yellowstone-Nationalpark im Westen der Vereinigten Staaten. Ein Treffer genügt.

2. Poseidon (Weltuntergangswaffe)

Der Poseidon (russisch: Посейдон, „Poseidon“, NATO-Codename Kanyon), früher bekannt unter dem russischen Codenamen Status-6 (russisch: Статус-6), ist ein autonomes, nuklearbetriebenes und nuklear bewaffnetes unbemanntes Unterwasserfahrzeug, das vom Rubin Design Bureau entwickelt wird und sowohl konventionelle als auch nukleare Nutzlasten liefern kann. Die Poseidon ist eine der sechs neuen russischen strategischen Waffen, die der russische Präsident Wladimir Putin am 1. März 2018 angekündigt hat. Am 2. Februar 2019 kündigte der russische Präsident Wladimir Putin den Abschluss der Schlüsselphase der Prozesse gegen Poseidon an. Am 20. Februar 2019 veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium ein Video, das zeigt, wie eine Poseidon von einem B-90 Sarow-Spezial-U-Boot getestet wird. Das

Die Vereinigten Staaten fürchten sich nicht vor dem Namen des nuklearen Torpedos „Poseidon“, dem Seekönig, sondern vor der Großmacht von „Poseidon“. Der Poseidon 2M39-Torpedo, der in der Lage ist, einen riesigen Küstenabschnitt mit einem Multi-Megatonnen-Sprengkopf (bis zu 100 Megatonnen oder 4-facher Zar Bomba) zu zerstören, würde eine Kette tödlicher radioaktiver Tsunamis auslösen, die in Städte einschlagen und sie jahrzehntelang unbewohnbar machen würden. Militärexperten zufolge, könnten nur zwei Poseidon Torpedos die USA zerstören.

Die große Frage ist: Wie viele Poseidonen sind jetzt bereit für die Detonation?!..

Quellen: Exxpress, Youtube, Wikipedia, Nuklear Arsenal

Von Morpheus

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