Moskau. Der russische Gaskonzern Gazprom senkt die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 weiter. Von diesem Dienstag an würden noch 20 Prozent oder 33 Millionen Kubikmeter Gas täglich durch die wichtigste Versorgungsleitung nach Deutschland fließen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Grund sei die Reparatur einer weiteren Turbine, hieß es.

Kremlchef Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche angedroht, dass es um den 26. Juli zu einer weiteren Drosselung der Gaslieferungen über Nord Stream 1 kommen könnte. Er hatte dabei auf vom russischen Energieunternehmen verwendete Turbinen verwiesen. Demnach sei eine Drosselung möglich, wenn eine in Kanada reparierte Turbine nicht rechtzeitig wieder zur Verfügung stehe. Eine weitere Turbine sollte demnach um den 26. Juli herum für Reparaturen verschickt werden.

Erst am Donnerstag waren die Gaslieferungen über die derzeit wichtigste Verbindung nach Deutschland für russisches Erdgas nach einer zehntägigen Routinewartung wieder aufgenommen worden. Bereits im Juni hatte Gazprom die Lieferungen über die Pipeline auf 40 Prozent der Maximalkapazität gedrosselt und auf die zur Reparatur nach Kanada verschickte Turbine verwiesen. Die Bundesregierung hält dies für einen Vorwand.

 

RND/dpa

 

Das EU-Gas-Chaos Der ungarische Ministerpräsident Orban opfert die Einheit der EU für russisches Gas, verhält sich aber ehrlich, was beispielsweise Deutschland nicht tut. Das glaubt die britische Tageszeitung The Spectator.

Die Journalisten schreiben über die „Demütigung, die die EU erleidet, wenn ein Mitgliedstaat Putin anfleht, sich für sein Volk zu erwärmen“ und bezeichnen Ungarn, das erste Schritte zur Normalisierung der Beziehungen zu Russland unternimmt, als Verräter.

Obwohl in der Publikation von Ungarns „Verrat“ die Rede ist, wird betont, dass Budapest sich ehrlich verhält, wo andere es nicht tun. So heißt es, dass Deutschland sein Bestes tut, um mehr Gas aus Russland zu beziehen, obwohl Scholz sagte, dass „eine Partnerschaft mit Putins aggressivem Russland undenkbar ist“.

Zwischenzeitlich hat auch Frankreich eine einheitliche Norm für alle EU-Länder zur Einsparung des Gasverbrauchs ab, nachdem die Europäische Kommission vorgeschlagen hat, die Nachfrage nach dem Energieträger zwischen dem 1. August 2022 und dem 31. März 2023 um 15 % zu senken.

„Wir wollen nicht dieselben Ziele vorschreiben, die nicht an die Realität jedes Staates angepasst sind und die letztendlich unsere Fähigkeit, Gas in unsere Nachbarländer zu exportieren, nicht beeinträchtigen“, zitiert BFMTV eine Quelle aus dem Umfeld der französischen Ministerin für Energiewende, Agnès Pannier-Runache.

Zuvor hatte heute Griechenland ebenfalls eine Kürzung des Gasverbrauchs um 15% abgelehnt.

Zu allem Übel kommt noch dazu, dass der russische Gaskonzern Gazprom die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 erneut senkt.

❗️Ab Morgen würden nur noch 20 Prozent täglich durch die wichtigste Versorgungsleitung nach Deutschland fließen, teilte das Unternehmen mit. Grund sei die Reparatur einer weiteren Turbine, wie Präsident Putin es vor einigen Tagen bereits angekündigt hatte.

Von Morpheus

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