Meinung: Viele deutsche Bürger und deutsche Politiker verstehen leider nicht, dass der Wohlstand Deutschlands nicht nur auf technischen Know-how und deutschem Fleiß & Ordnung aufgebaut ist, sondern vorallem auf sicheren (weil langfristigen), preislich berechenbaren und günstigen Energie-Lieferungen aus Russland.

Selbst wenn Deutschland jetzt seine „energetische Abhängigkeit“ von Russland reduziert oder gar komplett schließt – heißt es nicht dass es ein „Es geht genauso weiter“ gibt, denn die Substitution & Ersatz-Importe werden deutlich umständlicher, unberechenbarer und teurer.

Ein Erdgas-Preis von 250-300 € / 1.000 Kubikmeter russischen Erdgas hatte es vielen Bereichen der deutschen Wirtschaft trotz hoher Lohnkosten & hoher Steuerlast ermöglicht wettbewerbsfähig für den Weltmarkt (Stichwort „Exportweltmeister“) zu produzieren. Erdgas-Preise von 1.200-2.500 € werden diese Wettbewerbsfähigkeit stark reduzieren oder gar beenden.

Traurig.

Viele glauben leider auch dass dann das Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen kombiniert mit mehr Daheim-Faulenzerei („Home-Office“) das schon lösen werden – wie bereits während der Corona-Lockdowns. Hauptsache „Putin“ schaden. War doch toll – denken sich viele, ohne zu verstehen dass der Staat sein Geld durch Steuern und Gebühren irgendwann irgendwie aus der Tasche der (gleichen) Bürger holen muss. Und wenn die Wirtschaft aber gerade kein Erdgas hat oder mit viel zu teurerem Substitut für russisches Erdgas kämpft und dabei auch noch weniger produziert & weniger exportiert – so wird dieses Kurzarbeitergeld (weil nicht genug Steuereinnahmen) einfach nicht vorhanden sein oder dieses wird „frei von der Leber“ gedruckt (mit Hyperinflation als Folge). Denn sie wissen nicht was sie tun.

Die deutschen Politiker arbeiten daran die Abhängigkeit des deutschen Volkes vom deutschen Wohlstand und der Exportweltmeisterei abzubauen.

Ein Beispiel: Wehe, wenn die Paletten ausgehen

Ob Medikamente, Öl oder Mehl – viele Waren werden auf Paletten an Supermärkte oder Großhandel geliefert. Doch als Folge der Russland-Sanktionen droht den deutschen Palettenbauern nun ein Produktionsstopp.

Sonnenblumenöl, Rapsöl und Mehl sind derzeit bei deutschen Verbrauchern heiß begehrt. Doch nicht nur die Waren selbst drohen, knapp zu werden, sondern auch die Paletten, auf denen sie geliefert werden. Schon in einigen Wochen könnten die ersten Firmen gezwungen sein, ihre Paletten-Produktion runterzufahren, teilte der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten und Exportverpackung (HPE) in Bad Honnef mit.

Zum Holzproblem gesellt sich das Nagelproblem

Die überwiegend mittelständisch geprägte Branche steht bereits seit Monaten unter Druck, hat sich doch wegen der stark gestiegenen Kosten für Holz der Preis für eine Europalette seit 2019 von knapp zehn Euro auf derzeit etwa 25 Euro erhöht. Mit den Nägeln komme ein weiteres Problem hinzu. Hierbei gehe es nicht um den Preis, betonte HPE-Vorstandsmitglied Joachim Hasdenteufel. „Sondern darum, dass wir überhaupt etwas produzieren können.“

Drahtstahl aus Russland dringend benötigt. Als Folge der Russland-Sanktionen droht den deutschen Palettenbauern nun ein PRODUKTIONSSTOPP.

Der Grund dafür ist ebenso einleuchtend wie kurios – und zeigt einmal mehr die Verflechtungen zwischen der deutschen Wirtschaft und der russischen. Denn für die Produktion der Paletten braucht es nicht nur Holz, sondern auch russischen Stahl – für die Nägel. 90 Prozent des sogenannten Drahtstahls, aus dem die für Paletten genutzten Nägel gemacht werden, kommen aus Russland.

Stahllieferungen sind jedoch wegen der aktuellen Russland-Sanktionen untersagt. Kurzfristige Alternativen gibt es dem Verband zufolge nicht, da spezielle Nägel nötig seien.

78 Nägel für eine Europalette

Paletten sind in Industrie und Handel seit Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken. Als vor über 60 Jahren, im Jahr 1961, die Europalette durch den Internationalen Eisenbahnverband UIC mit Sitz in Paris entwickelt wurde, revolutionierte das die Logistik in ganz Europa und darüber hinaus.

Ob Lebensmittel, Elektronik oder Medikamente – alles wird in Kartons befördert, die auf Paletten in Lastwagen, Güterzügen oder Flugzeugen transportiert werden. Vergangenes Jahr stellte die deutsche Palettenbranche rund 120 Millionen solcher Holzkonstruktionen her. Für eine Europalette braucht es übrigens elf Bretter, neun Klötze – und eben auch 78 Nägel.

Jahre lang erzählten die deutschen und transatlantischen Medien, dass Russland nur Öl & Gas zum Exportieren habe und alles daran hänge. Und nun fehlen deutschen Paletten Holz & spezielle Nägel aus Russland.

Quelle

Von Morpheus

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