Putsch-Pläne gegen Putin sickern durch

Moskau – In Russland planen die Eliten angeblich eine Absetzung des Präsidenten Wladimir Putin. Dabei sollen die mutmaßlichen Drahtzieherinnen und Drahtzieher auch schon einen Nachfolger im Auge haben. Das berichtet der ukrainische Geheimdienst – und das nicht sonderlich diskret.

„Die russische Elite erwägt die Möglichkeit eines Sturzes von Putin“, schreibt der Militärgeheimdienst auf seiner Facebook-Seite. „Ziel ist es, Putin so schnell wie möglich zu entmachten und die durch den Krieg in der Ukraine unterbrochenen wirtschaftlichen Beziehungen zum Westen wiederherzustellen.“

Einige russische Oligarchen sind schon an der Seite der USA und EU. Zu den bedeutendsten Oligarchen der Ära Putin gehören Alischer Usmanow, Kirill Schamalow, Jewgeni Prigoschin, Roman Abramowitsch, Oleg Deripaska, Michail Prochorow und nach wie vor Wladimir Potanin, Witali Malkin, Michail Fridman sowie die Gebrüder Arkadi und Boris Rotenberg.

Die Version der Ukraine

Ukraine-Krieg: Bei Putin-Sturz – Geheimdienst-Chef Bortnikow soll wohl übernehmen

Laut ukrainischen Angaben soll es bereits einen möglichen Nachfolger für Putin geben: Alexander Bortnikow, Leiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Bortnikow ist Chef jener Behörde, in der Putin seine Karriere begonnen hatte. Damals hieß der Geheimdienst noch KGB und bezog sich auf die gesamte Sowjetunion, seit dem Zerfall der Sowjetunion ist der FSB nun ausschließlich für Russland zuständig.

Die Verbindungen des FSB in den Kreml sind eng. Bortnikow gilt daher auch als wichtiger Putin-Vertrauter. Und auch als ausführendes Organ brisanter Aufträge? Immer wieder wird der FSB mit politischen Attentaten in Verbindung gebracht. FSB-Agenten sollen den Giftanschlag auf den Regierungskritiker Alexei Nawalny verübt haben.

Klar scheint: Nur eine ranghohe Person wie Bortnikow könnte den Einsatz des Nervengifts Nowitschok genehmigen. Zudem ist der FSB wohl mitverantwortlich dafür, dass jegliche politische Kritik an Russland geblockt wird. Zu beobachten ist das aktuell bei niedergeschlagenen Demonstrationen, der Verfolgung von Journalisten sowie dem Einschränken der Meinungsfreiheit durch neue Gesetze.

„Putin führt wahrscheinlich interne Säuberungen unter seinen Generälen und Geheimdienstmitarbeitern durch“, urteilt wiederum das Institute for the Study of War aus den USA. Zuletzt verschwand ein ranghoher General aus seinem Amt.

Auf der offiziellen Facebook-Seite des ukrainischen Verteidigungsministeriums beginnt ein Beitrag mit folgenden Worten: „Vergiftung, plötzliche Krankheit, Unfall – die russische Elite erwägt die Möglichkeit, Putin abzusetzen.“ „Im Umfeld der russischen Wirtschafts- und Politikelite hat sich eine Gruppe einflussreicher Personen gebildet, die sich gegen [Wladimir Putin] stellt“, heißt es weiter. „Ihr Ziel ist es, Putin so schnell wie möglich von der Macht zu entfernen und die durch den Krieg in der Ukraine zerstörten wirtschaftlichen Beziehungen zum Westen wiederherzustellen.“

Wladimir Putin wütend auf Geheimdienst: FSB unterschätzte Krieg zwischen Ukraine und Russland

„Es ist Bortnikow, der in letzter Zeit bei dem russischen Diktator in Ungnade gefallen ist“, schrieb der ukrainische Geheimdienst. Putin sei erbost über die „fatalen Fehleinschätzungen im Krieg gegen die Ukraine.“ Es sei Bortnikow und seine Abteilung gewesen, „die für die Analyse der Ansichten der ukrainischen Bevölkerung und der Kapazitäten der ukrainischen Arme verantwortlich waren.“

Die Version von Russland

Putsch-Pläne in Russland: Ehemaliger Vertrauter von Wladimir Putin soll Coup d’État eingeweiht sein

Als Nachfolger habe man einen gewissen Alexander Wassiljewitsch Bortnikow auserkoren. Bortnikow ist General und zudem Direktor des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB (Föderaler Dienst für Sicherheit der Russischen Föderation). Da er an der Planung der Ukraine-Invasion beteiligt gewesen sein soll, wurde Bortnikow vom Westen im Februar, ähnlich wie Putin und Außenminister Lawrow, sanktioniert.

Ein gewaltsamer Sturz von Wladimir Putin ist bereits seit Kriegsbeginn ein Gesprächsthema. So deutete der republikanische Senator Lindsey Graham aus dem US-Staat South Carolina mehrfach an, der Machthaber müsse ermordet werden, um den Ukraine-Konflikt beenden zu können. „Sie würden Ihrem – und der Welt – einen großen Dienst erweisen“, twitterte Graham.

„Darf nicht an der Macht bleiben“: US-Präsident Biden ruft zum Sturz Putins auf

Scharfe Kritik an Putin: Historische Rede von Biden: ‚Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben‘

Die Stimmen zum Ukraine-Krieg: US-Präsident Joe Bide hat den russischen Staatschef in eindringlichen Worten vor einem Angriff auf das Nato-Bündnisgebiet gewarnt. Ukraines Präsident Selenskyi äußert sich über die EU. Annalena Baerbock verteidigt die Waffenlieferungen der Regierung. Alle politischen Entwicklungen und Stimmen zum Ukraine-Krieg.

Biden appelliert an die EU: Man müsse sich unabhängig von fossilen Brennstoffen machen. Die USA würden diesbezüglich helfen, so Biden. Die USA liefern ja bereits mehr LNG-Gas nach Europa. Das, was derzeit von der russischen Armee in der Ukraine anrichte, erinnere stark an das, was „unsere Großeltern und Eltern aus dem Zweiten Weltkrieg erzählen“, so Biden. „Russland ist ins 19. Jahrhundert zurückgefallen, das ist nicht die Zukunft, die das russische Volk verdient.“

Biden: „Das russische Volk ist nicht unser Feind“. In Russland finde derzeit ein „Brain-Drain“ statt, also das Abwandern von vielen gut ausgebildeten Russen, die nun in den Westen gehen. „Ich sage folgendes: Das russische Volk ist nicht unser Feind“, so Biden.

„Dieser Krieg erweist sich bereits als strategischer Fehler Russlands“, sagt Biden. Applaus brandet auf. „Putin dachte, er könne die Ukraine um Handstreich einnehmen, und jetzt ist die Nato stärker als vorher und der Westen geeint“, so Biden. „Das hat Putin alles nicht haben wollen.“

Russland bereitet ja bereits das russische Volk auf einen „totalen Krieg“ gegen die Vernichtung Russlands durch den Westen vor. 

Wegen seiner Konfrontation mit dem Westen aufgrund des Kriegs in der Ukraine, befürchtet man in Russland mittlerweile sogar einen Zusammenbruch seiner Zivilisation. Das glaubt ein hochrangiger Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Bei einem Treffen einer interministeriellen Kommission für historische Bildung sagte Wladimir Medinski, Russlands Chefunterhändler bei den Gesprächen im Ukraine-Konflikt, laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, dass Moskau nun mit dem Westen vor einer großen Herausforderung stehe. Er verglich die Bedeutung dessen, was Russland seine „militärische Spezialoperation“ in der Ukraine nennt, und die Reaktion von Kiews Verbündeten mit der russischen Revolution oder dem Zusammenbruch der Sowjetunion, wie das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek berichtete.

„Die Existenz Russlands, der russischen Zivilisation, steht jetzt auf dem Spiel. Ich sehe nur wenige Präzedenzfälle für diesen Moment in der Geschichte. Dunkle Zeiten, die Ereignisse vom Februar 1917, der Fall der UdSSR 1989“, sagte Medinski bei dem Treffen am Donnerstag (24.03.2022). Russland werde vom Westen dazu gedrängt.

Was heute in der Welt passiere, sei „die größte Herausforderung in der Geschichte, und wir müssen auf diese Herausforderung reagieren“, fügte Medinski laut RIA Novosti hinzu. Sergej Naryschkin, Russlands Auslandsgeheimdienstchef, habe nach Russlands Invasion in die Ukraine ähnliche Gefühle geäußert.

Berater von Wladimir Putin: Russland werde vom Westen zum Zusammenbruch gedrängt

Wegen des Ukraine-Konflikts verhängten viele Länder Sanktionen gegen Russland. Naryshkin behauptete deshalb, der Westen versuche, das Land zu zerstören. „Westliche Politiker und Kommentatoren nennen das Geschehen gern einen ‚neuen Kalten Krieg“, sagte er.

FazitDie nächsten paar Wochen sind von wichtigster Bedeutung für die Existenz unserer Zivilisation.

Von Morpheus

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